1682
den Sandwichinseln wohl erst durch die Europäer eingebürgert. Im grössten Teil von Europaschon lange eingebürgert, nördlich bis zu den Orkneyinseln, Südskandinavien (vereinzelt ver=schleppt bis Bergen und Östergötland), Aland, Ostpreussen, Polen und Nordrussland (bisGrodno), östlich bis Sibirien, Kaukasus, Syrien und Palästina.
Ziemlich veränderlich, doch scheinen in Mitteleuropa nur massig behaarte und nur oberwärts drüsigeFormen vorzukommen (var. typicum R. Knuth)-, stärker zottige (var. villösum Terracciano) und stärkerklebrig-drüsige (var. glutinösum Terracciano) sind z. B. aus Italien bekannt. Die Blütenfarbe variiert vontrübpurpurn (f. purpureum O. Kuntze) bis rosa.lila (f. röseum O. Kuntze) und ± weiss (f. älbum Huet,= var. älbidum O. Kuntze?). — Unbedeutende Abänderungen des Typus sind ferner: f. subintegri lo bd-tum Godet. Blattlappen ungeteilt oder nur die seitlichen gelappt. — f. nänum Gaudin. Niedrige Kümmer-form (ob zu dieser Art gehörig?). — f. furcdtum Schur. Stengel aufrecht, unten unverzweigt, oben gabel-ästig. — f. er^ctum Patze (= var. Baumgarteniänum [Schur] Aschers, et Graebn.). Mastform mit bis 37 cmhohen, aufrechten, stark verzweigten Stengeln und bis über 5 cm breiten Laubblättern. Kronblätter oft deutlichlänger als der Kelch.
Geranium dissectum ist im Gebiet mehr als andere Geranium-Arten eine ausgesprochene Ackerpflanze.Dünger scheint ihr aber gleichwohl weniger zuzusagen als G. pusillum, G. molle und G. Pyrenaicum. Ihre
Samen werden häufig gleich denen von G. molle, G.pusillum und Sherardia arvensis mit Klee- und Gras-samen aus Frankreich, Holland und England eingeführt,trotzdem die Hauptverbreitung in Europa mehr in denöstlichen Adeerbaugebieten liegt. Für Norddeutschlandnimmt daher z. B. Höck eine Einwanderung aus demOsten an. — Die Wurzel gilt als essbar. Blüten- undFruchtmechanismus sind im wesentlichen wie bei vorigerArt. Die Blüten sind proterogyn bis homogam, und nebenFremdbestäubung ist auch Autogamie leicht möglich.
1777. Geranium silväticumL. (= G. caeruleo»purpureum Gilib., = G. batrachioides 1 ) Cav.?,= G. anguldtum Curt., — G. venösum Pers.,= G. purpureocaerüleum Ledeb., = G. syl=vestre Olaf et Pov., = G. aconitifölium Schurnon L'Herit., — G. alpestre et ranuneuliföliumSchur). Wald = Storchschnabel, Berg=Gottesgnad. Franz.: Geranium des forets, piedde perdrix; in der Westschweiz: Avouilla [= ai=gouille, Nadel], dzerarda (Bagnes) ; engl.: Woodcrane's=bill, crowflower, king's=hood; schwed.:Midsommarsblomster; isländ.: Litunargras; ital.: Geranio selvatico; roman.: Bareta, erba da für»chettas [Gabelkraut] (Unterengadin), gerani sulvedi, pical da cicogna; in Friaul: Jerbe da l'acr.
Fig. 1630 bis 1633, 1617 i und 1624 i bis o.
In der Schweiz heisst die Art auch Rappeschnäbel, Nägelchrut (Graubünden) [beides nachden Früchten], Weidblüemli, Hungerchrut [weil es vom Vieh nicht gern gefressen wird und daher aufWeiden und Wiesen verdämmend auftritt], Tänichrut, Hummelchrut (St. Gallen), im Elsass und auchanderwärts Gottesgnadenkraut (vgl. G. pratense).
Halbrosettenstaude mit schräg absteigendem bis i aufrechtem, ± 1 dm langem undbis über 1 dm dickem, von Nebenblattresten bedecktem Erdstock, aus dem bis 1 cm dicke,
') Das schon im Altertum vorkommende griech. ytotiviov ßatga/ioides [geränion batrachioides] = hahnen.fussähnlicher Storchschnabel wurde von Dodonaeus, Bauhin u. a. als Geranium batrachioides sowohl fürG. silvaticum wie für G. pratense gebraucht, die später mit anderen ausdauernden Arten von Koch als SektionBatrachium (Batrachia Boiss., vgl. Bd. III, pag. 541) zusammengefasst wurden. Als Geranium batrachioidesDodonaei flore purpureo führte auch Thal die Art in seiner Harzflora auf.