c»p. ll. Von dem Unterschied der Wasser - Waagen, lab. I, z, 5
Das II. Capitel.
Von dem Unterschied der Hortzontal-oder
Wasser-Waagen.
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>6 müssen die Wasser-Waaqen vor etlichen tausend Iahren bereits bekandtge-wesen seyn, obschon nichl in solcher Vollkommenheit, und von so vielerlei) Arth, und muß solche schon wenig-stens als eineSetz^oderHorizontal-Waage bey dem Thurm-Bau zu Babel seyn gebrauchet worden,weil ohne dieses wenig accurates, richtiges/ undzwar in einer so grossen Distantz, erfolget seyn würde, undohnerachtet solche so alt seyn muß, dennoch habe ich nichtgefunden, daß vor dem Vitrumo jemand dergleichen beschrie-ben hatte, und obgleich solche des Mtruvii Waagen, absonderlich die eine, sehr weitlauffng und schwehr zu rrac'irenund auch zu verstehen ist, so hat sich dennoch über anderthalb tausend Jahr niemand daran gemachet, der eiwas besseresund besonderes darinnen prästiret/ und dem Publico mitgetheilet hätte, alleine das vorige Seculum als eine reicheMutter vieler neuen, besondern, und sonst unerhörten Künste hat auch nebst dem jetzigen eine ziemliche Zahl von die'. rArrh ansLicht bracht,darvon wir die vornehmstenArthen kurtz,doch deutlicher als wohl bishero gesl)ehen,vor>iellen >volBlen; weil wider alles Vermuthen die vorigen drey Theile schon mehr Raum weggenommen, als ich lieffern soll uno kan»
Diegantze Summa aller dieser Archen habe ehemahlenumerz Classen rangiret, als:
F. ^erpenckcuI -Waagen,
2. Hänq-Waagen, undz. Wasser-Waagen.
Unter die Perpendicul-Waagen rechne ich alle, da erst der Perpendicul durch eine Schnur, Faden, oder B^rd,Haar mit angehangenen Gewichte gesuchet, und aus dieserdie horizontale Linie gefunden wird, wie dergleichen/. ///. ^ P7/. und //. s /. zu sehen. Zum andern, die mit einem Perpendicul ver,e-hen sind, wie 7si>«/s /.
Unter die Hänge-Waagen zehle alle diejenigen,die b'.oßdurch ihre eigene Schwehre oder auch darbe» <mg lvin-gencs Gewicht sich perpendicularselbst stellen, und dadurä) die Horizontal,Linie angeben, dergleichen ^
// und vorgestellet sind.
Zu denen eigentlich so genannten Wasser. Waagen rechne alle diejenigen, da vermittelst des Wassers oder einesandern Liquoris die Horizontal-Linie gefunden wird, und sind ^7/. zu finden.
Das III. Kapitel.
Von Perpendicul-Waagen.
§. 5.
Sie allergemeinsten und wohl die ältesten, sind die bekannten Schroth-Waaqen
der Maurer,Zimmerleuthe, Müller, Stein-Setzer-Schantz-Gräber, und dergleichen Handwercker undKünstler, davon wir folgende setzen:
///, / ist eine, so aus einem Triangel mit einem rechten Winckel bestehet, und also die-net: wenn sie mir der Basin s ^ aufgesetzet wird, eine Horizontal-Linie, wenn sie aber mit der Seite 6 cangehalten wird, eine Perpendicular-Linie vorstellet, und dahero einem jeden Künstler und Haußwirch nützlichseyn kan.
/^«^/^stelleteinedreyeckigtevor,wird mehrentheils von Maurern und dergleichen Leuthen gebrauchet,^.bedeutet eine Waage mit einem langen Linial s 6, daraufeinGrad-Bogengefttzet,soausderMitte in die ordentlichen Grade, so der Radius mitsich bringet, abgetheilet ist, dienet; wo man etwas nach einem ge,wissen Grad abdachen kan, als wie Schantz-Gräber mitdenen Wällen und dergleichen thun.
^7 hat einen rechten Winckel, dienet: horizontal und perpendicular abzuwägen absonderlich aber vordieConstabler,dieStückenacheinemgewissen GradundSchußzueleviren,indemderArm ^ ^ in die MündungdesSrückesqeleaetwird,unddieBley-Schnur O die Grade anzeiget.
P7/. ist die grosse Satz- oder Schroth - Waage der Müller, damit sie insgemein alle ihre Abwägungverrichten; weil aber das Linial ^4 6 längstens über 8 bis9 Ellen nichtseyn kan, wiewohl sie meist nur 6seyn, so kan auf einmahl keine grössere Distantz genommen werden, und erfordert dahero zu einer langen Linieaufeine viertel oder halbe Meile fast unzehliche Stände, undweil die Linie und Faden 5 O ziemlich kurtz,und doch dicke und starck, ist eö fast unmöglich, daß das Auge fo genau das Mittel recht treffen kan, und da-hero bey so vielen Standen nothwendig auch viel Fehler einschleichen müssen, die Messung geschiehet folgen-der