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4 (1726) Theatrum Horizontostaticum Sive Libellationis, Oder Schau-Platz von Wasser- oder Horizontal-Waagen : lehret nicht nur was eine Horizontal-Linie, und wie vielerley Arthen solche sei, sondern auch mancherley Wasser-Waagen zu machen, auch davon zu urtheilen, welches die besten und sichersten? ; ferner, wie solche füglich und bequem zu gebrauchen, oder damit zu wägen ; alles mit saubern Figuren in acht Kupffer-Platten
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316
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z l 6 dap. lll. Von k'erpenckcul-Waagen. ^sb. I.

derGestalt: sie schlagen zweyPsähle so weit voneinander, als die Waage oderdas a parteLinial lang ist, wie^F«» sPV//. zu sehen, da von s bis o soll gewogen werden, ^ und ^ sind die ersten beyden Pfahle, werden so

- tieffgeschlagen, bis sich die aufgesetzte Waage horizontal zeiget/hieraufwird der dritte Pfahl c geschlagen wiederso liess, bisdieWaage auf solchen und ^ horizontal stehet, weil esaberhier Berg-ab gehet/ muste der Pfahl Falzu lang feyn, dahero wird ein gantz kurtzer/ nach erforderter Gelegenheit/ eingeschlagen, der nur über die Erde etwashervorlanget als O /, und mit ihm der Pfahl ^ F, dergleichen auch bey F und geschehen, undvon / ^ bis ausdemPfahl /, weil es aber wieder steiget, ist neben / wieder ein höherer gestellet, von darer bis zu » gehet; dadurch nun zu wissen, wie viel o ?? tiesser lieget als s, so nehmen sie erstlich die Sum-ma derZahlen,so vielsiegestiegenmitderWaage/UndhernacherdieSumma des Maaßes, so sie gefallen, als: beya hatdieWaage-FußhöhergestandM/bey ^ i Fußgestiegen, bey » iFußzu hoch, dieses lhutZz Fuß Ho-he, hier gefallen von /) bis / 6Fuß,von F bis ^ 4 Fuß, in Summa 10 Fuß, hiervon z; abgezogen,bleibet 6^ Fuß, um so viel lieget 0 tiesser als

Bey Verfertigung einer solchen Waage hat man Achtung zu geben/ daß man ein recht dürres, gleiches/vonJahren ohne alle Aeste, Wimmer und Knoten gewachsenes Holtz öder Bret erwehlet, das durchaus zugleich sch win-den und qvellenkan, der Aufsatz 5 /) soll auch nicht zu kurtz seyn; denn je länger, je sicherer und bess r die Waa-ge ; weil aber dennoch die Waage sich durchs Wetter andern ka n, das Holtz auch rauch ist, daß der Faden leicht han-gen bleibet, so ist gut, daß man über dem Bley ein sauberes meßingenes Blech - mit zwey Sträuben befe-stiget, doch daß die Löcher länglicht seyn, daß man eehin-und herschieben kan, wie bey / und c 6 zusehen, in dessen Mitte wird eine saubere Linie s 6 gezogen, darauf die Schnur oder Faden abschneidet; dieseWaage zu probieren, ob sie richtig, zeiget an, wenn dieselbe verwendet wird, als wenn aufgesetzet wird, wo erst6 gestanden; spielt der Perpendicul wieder ein, ist sie richtig, wo nicht, muß sie corrigiret werden.

Noch eins hätte bald vergessen/ bey allen diesen Waagen ist nur ein Loch ins Bret gebohret/ und der Faden zum" Bley durchgezogen ? weil aber das Loch und auch der Faden alda anlieget/ kan es nichts richtiges zeigen, dahero esbesser: ihr machet einen runden und meßingenen Stisst zum Centro, und machet an eurem Faden oderHaar eine et-was grosse Schleisse, noch besser aber ist, wenn der Stissr etwa eines starcken Karten-Blattes starck eine kleine Ver-tiessung , hat, darinnen der Faden lieget, wiebey zusehen.

§. 6.

Des Sturms tton-onral-oder Schroth-Waage.

Ist hier /. abgebildet; und beschreibet er sie also:

,» Erstlich ist das 8czriv c ^ vorn mit zwey festen Füssen hinten mit einem einigen, der an einem Ge-^ winde gehet. An der obern Ecke bey s ist ein eisern Gewinde dessen Spindel man muß beqvem ausziehen kön-" nen. llber dieses ist der Zapsse ??? darzu, daß man eine LouÜole darauf setzen kan. Zweylens gehöret da»/ zu das Nichtscheid s so in die 5. Fußlang/ und 4. bis s. Zoll ins gevierdte dick, von recht guten und tro-

- " ckenen Holtz gemachet, oben mit Meßing, unten mit Eisen überzogen wird, daß es sich nicht werssen kan. Die" Nichtigkeit des gantzen Instruments kömmt daraufan, daß die obern und untern Seiten an diesem Richtscheid" auss-genaueste gerade, und miteinander parallel gemachet werden. An dem einen Ende bey wird ein« eisern Gewerbe gemachet, welches mit denen an dem 8rariv bey / accurzr ineinander passet, daßdieSpindel" leicht durchgestecket, und also einGewinde daraus werden kan. Will man einen meßingenen in seine halbe QracZus« gelheileten halben Circul mitdaranmachen, dienet solcher nicht nur zu dem Wasser-Mägen selbst, sondern vor-« nchmlich dazu, daß man die S^iefe der Berge damit abnehmen, und also in grossen Verrichtungen desto hurtiger" fortkommen könne. An statt der Absichten,wie sie ausdem Geschoß gebrauchet werden, ist besser, ob schon ein we-« niqkostbarer, wenn man solche Absichten von Meßing, Eisen oder nurvon Holtz aufsetzet, als hier in

" ///. vorgestellet ist, in einem l nach solchem Maaß, daß ein Theil an dem untern Maaß-Stab einen

" Zoll ausmachet. Denn diese kan man durch Hülsse der eisernen Feder s und der eisernen Schraube 5 re-" ctificiren, und hernach zeichnen, daß man sie hernach zu jederZeit wiederum recht stellen und sich ihrer sicher bedienen«kan. Ausser der Schraube und Feder darssnichts von Eisen seyn, ohne die Schrauben-Mutter undetwa" ein klein Blech über dem Rähmgen c» damit es von der Schraube desto besser getrieben werde, das übrige« kan alles von Birn Bäumen oder dergleichen Holtz gemachet werden. Endlich kömmt noch zu diesem Instrument" der Stock e/, an dem eine wohlausgedrehete Hülse 5 seyn muß, an deren zu oberst mit ihrem Rande gantz« gleich ein runder^ Zoll dicker 6 Zoll langer Zapssen 6 fest sitzet, und eine Schraube l/ist, womit sie überall kan" feste gestellet werden. Aufdem Zapssen lieget das Richtscheid. Wenn man will kan man an das Richtscheid auch« das Glaß mit dem Bläßgen appliciren, um desto besser durch den Consens dieses mit der aufdas RichtMeidgesetz-" ten Schrot-Waage zu bestättigen, daß das RichMeid horizontal liege, wie es in der Figur mit 0 » angedeutet ist." Doch muß alles gleich Anfangs durch eine fleißige Reclification zu dergleichen Consenö wohl eingerichtet werden. „

Anmerckung:

Daß das Richtscheid 4 bis 5ZM ins Quadratdick seyn soll, ist nicht nöthig, und besser, daß es elwa S oder tmhr?oll breitend nur ^bis z Zoll dick, weil dieses viel sicherer ist vor dem werssen; denn das Meßing und Eisen unten undoben wird ihmwenighelffen, es müsten denn lehr breite Stäbe seyn, die aber schwehr/ kostbar und unbeqvem fallenwürden. Und was soll der Magnet beym Eilen ?

Z. 7.