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2 (1847)
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631
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bare wird anerkannt werden, das lässt sich nicht vorhersagen.Um zu diesem Vorhersagen befähiget zu sein, müsste manwissen, wie in dieser künftigen Zeit die Stellung der Aerztezu der Masse der Staatsbürger und zu der Staatsgewalt sichwürde verändert haben. Sie ist früher anders gewesen alsjetzt, und wird auch künftig anders sein als jetzt, denn allemenschliche Einrichtungen sind veränderlich: nur wenn siebesser sein wird als jetzt, werden die Aerzte im Allgemeinenmehr Belang dabei finden als jetzt, die Medizin zu einem echten,auf Erfahrung basirten Verstandesgeschäfte zu erheben *).

*) Hr. Chr. E. Fischer in der Schlussanmerkung seiner Anzeige eines prak-tischen Werkes von B. Travers (Hufelands Bibliothek 1840, Maiheft Seite243) sagt:Der Hauptgrund der sonst so unerhörten Aufklärung (Ver-dunkelung), Bereicherung (Verarmung) und Verschönerung (Ent-stellung) der heilkundigen Wissenschaft bleibt aber immer die jetzigeunmässige Vermehrung der Aerzte, woher die jungen zumahl, mit auf-fallenden und unerhörten Entdeckungen, Methoden und Veranstaltungenauftreten und Aufsehen machen, die Alten aber zum Theil nicht zurück-bleiben zu dürfen glauben müssen, wenn sie nicht von selbst zu diesemGetümmel aus mannigfachem Intresse, auch der Eitelkeit, Lust haben."

Des Herren Fischer eben nicht schmeichelhafte Einschaltungen bei denWörtern Aufklärung, Bereicherung, Verschönerung scheinen mir anzu-deuten, dass er mit unserer jetzigeil Literatur nicht sonderlich zufrieden ist.Ich glaube aber, dass das Getümmel (wie Herr F. das literarische Wett-rennen nach Wahrheit nennet) nie zu stark werden kann, denn je stärkeres wird, um so balder muss es sich beruhigen. Unverkennbar befindetsich jetzt die Medizin in einem Uebergangszustande, aus welchem derärztliche Verstand früher oder später geläutert hervorgehen, und begreifenwird, dass keine von einem unerkennbaren Punkte ausgehende lieillehrigeGedankenfolge praktischen Werth haben kann. Uebrigens stelle ich nichtin Abrede, dass die jetzige unmässige Vermehrung der Aerzte auch dasIhrige zur Vermehrung des Getümmels beiträgt; mir ist das aber, weilich in der tummligen Zeit die Bürgschaft einer besseren, verständigerensehe, durchaus nicht anstössig, sondern vielmehr erfreulich. Das Alter-thum sagte, die Nacht vor der Crisis sei unruhig; wir befindenuns jetzt auch in einer solch unruhigen Nacht: aber leider werden dieAugen aller derer, die entweder selbst in dem Getümmel beschäftiget sind,oder derer, die, nicht darin beschäftiget, mit stolzem, selbstgefälligem, odermit verachtendem, oder mit höhnischem, satirischen Blicke in das Ge-tümmel schauen, lange bevor der neue Tag grauet vom Todesschlafe ge-schlossen sein. Wir, die wir unser Zeitalter weder überschätzen noch