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2 (1847)
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616
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Erkenntniss einzig durch Probemittel zu suchen. Nun lagenzwei Wege vor mir, unter welchen ich zu wählen hatte; ichkonnte nämlich zuerst Bauchprobemittel, oder zuerst Gehirn-probemittel geben. Für die Urgehirnerkrankung sprach dieAnamnese; die Aussage der Freunde; dass der Mann das Gutzu theuer übernommen und sich dieses zu Herzen gezogen,war wirklich wahr. Für eine Urlebererkrankung sprach dieForm des Morbi stationarii (damahls bestand dieser in einerLebererkrankung) und ein klein wenig der goldfarbene Harn.Die Gründe, die mich hätten bestimmen können, bei meinemProben, Bauch-, oder Gehirnmittel zuerst mit dem Organismusin Berührung zu bringen, hielten sich also die Wage; ja ge-nau betrachtet, gab die auf Urgehirnleiden deutende Anamnese»och wol scheinbar einen kleinen Ausschlag. Ich hielt aberdoch für das Klügste, mit einem Bauchmittel mein Probenzu beginnen, und zwar aus folgendem Grunde. Angeblichwar, nach Aussage der Freunde, der Irrsinn durch psychischeEinwirkung entstanden. Das Thatsächliche in dieser Angabemusste ich als wahr annehmen, aber den feindlichen, krank-machenden Einfluss der Thatsache auf die Psyche, durfte ichdoch nicht mit der Thatsache selbst gleichstellen. Die That-sache, dass deT Bauer das Gut zu theuer übernommen unddarüber gegrübelt, war etwas Geschichtliches, durch glaub-würdige Zeugen Bestätigtes; aber dass er durch dieses Grübelnirre geworden, war bloss etwas Vermuthetes. Geschichtlichkonnte ja nichts nachgewiesen werden, als dass das Grübelnüber den unvortheilhaften Ankauf des Gutes dem Irrsinne vor-hergegangen. Alles, was aber einer Krankheit vorhergehet,stehet mit dieser bei weitem nicht immer in ursachlichemZusammenhange. Gesetzt aber, der Bauer wäre wirklichdurch diese psychische Einwirkung irre geworden, so bestanddoch das feindlich Einwirkende immer noch, ich konnte esnicht entfernen, denn ich konnte ja den unvortheilhaften Ver-trag, den er mit seinen Geschwistern geschlossen, nicht auf-heben. Ich würde also, hätte ich dem Kranken zuerst Gehirn-mittel reichen wollen, wahrscheinlich auf etwas Unmöglicheshingearbeitet haben. Da das aber ein sehr undankbares Ge-schäft ist, so hielt ich es für weit klüger, vorläufig auf eine,