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2 (1847)
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als das, was nicht heilt. Alle Schullehre, über die Wege zurErkenntniss zu gelangen, kann uns nie zur wahren Erkennt-niss der Natur einer Krankheit führen; höchstens kann sieuns in dem Einzelfalle bestimmen, das Probemittel A frühermit dem Organismus in Berührung zu bringen, als die Probe-mittel X, Y, Z, indem wir eine an Wahrscheinlichkeit strei-fende Vermuthung gewonnen, A werde sich vielleicht eherals Heilmittel ausweisen, als X, Y, Z: der ganze altertüm-liche Unterricht betrifft also nicht einmahl die eigentliche Er-kenntniss der Krankheit, sondern nur die Abkürzung desProbeprozesses, durch welchen einzig die Erkenntniss desWesens der Krankheit möglich ist.

Nun sehe ich voraus, die echt Schulgläubigen unter meinenLesern werden mir ob dieser Aeusserung zürnen, mich viel-leicht gar als einen rohen Empiriker verachten. Ich bitteEuch aber freundlich, werthe Amtsbrüder! schöpft nur einmahletwas Gemengsei aus dem rationell - empirischen Danaiden-fässe ärztlicher Beobachtungen, breitet es vor Euch aus undbeschauet Euch das Ding mit Aufmerksamkeit; was findet Ihrnun ? Ihr werdet wol so gut als ich finden, dass die Obser-vationenschreiber bei einer und derselben Krankheit heutediese, morgen jene Indikation machen, heute dieses, morgenjenes Mittel reichen, und dass es so im unaufhaltsamen Wechselfortgehet, bis der Kranke entweder geneset, oder stirbt. WolltIhr mich vielleicht glauben machen, dieses tägliche Abändernder Indikationen, dieses Wechseln der Arzeneien beruhe aufeinem zusammenhängenden, tief durchdachten, auf eine gründ-liche Kenntniss des Organismus sich stützenden Heilplane, sosage ich Euch ganz ehrlich: Ihr könnt das wol den durchEuch selbst verschrobenen Köpfen vornehmer, allzeit arzeneien-der Grossstädter weismachen, aber gewiss nicht dem schlichtenVerstände kleinstädtischer Bürger, und am wenigsten mir, derlange genug auf dem Fechtboden gewesen, um alle Trugstössezu kennen. Der kleine Unterschied, der zwischen Euch undmir bestehet, ist folgender. Ihr bringt die Krankheit untereine krankheitslehrige Kategorie, macht nach dieser Eure In-dikationen, und sucht dann in der Materia medica ein Mittelaus einer solchen heilmittellehrigen Kategorie, welche auf die

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