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liehen Ort-, oder Landseuchen die Natur der Krankheit fastbei allen zu der Zeit ergriffenen Menschen gleich sei, sonderndass diese Gleichheit der Krankheitsnatur auch in gemeinenZeitläufen Statt findet, wo die Zahl der Erkrankten gar nichtdas gewöhnliche Mass übersteigt, also in der Laienwelt keineRede von einer Epidemie ist. Er nannte dieses Constitutioepidemica , und unterschied ganz richtig die Morbos slationariosvon den intercurrentibus. Die Richtigkeit seiner Beobachtungwird dadurch wahrscheinlich, dass, abgesehen von den Wider-sprüchen einiger früheren Gegner, der grösste Theil nachfol-gender Aerzte seine Beobachtungen bestätiget haben; denndass spätere Systematiker sie einem so genannten System zuLiebe verwarfen, kann wol nicht in Betracht kommen, da dasSystem dieser Yerwerfer längst zu Grunde gegangen ist.
Ich gehöre wahrlich nicht zu den Aerzten, die bei allenBeobachtungen, bei allen anatomischen und physiologischenUntersuchungen fragen: wozu soll uns das dienen; die allesals eine Thorheit verwerfen, von dem man nicht augenblick-lich den praktischen Nutzen nachweisen kann; ich sehe viel-mehr ein solches Verwerfen als Zeichen einer grossen Geistes-beschränktheit an, oder doch zum mindesten als einen Beweis,dass die Yerwerfer auf einer etwas niedrigen Stufe verstandhafterund praktischer Bildung stehen. Wenn aber schon zweihun-dert Jahre verflossen sind, seitdem eine Beobachtung gemachtist, die, wie die Sydenhamische, der Praxis ausschliesslich anzu-gehören scheint und die schon von so vielen Aerzten bestätigetist, so darf man doch wol, ohne den Vorwurf der Geistes-rohheit auf sich zu laden, die Frage aufwerfen: welchen Nutzenhat denn eigentlich die Sydenhamsche Beobachtung für dasHeilgeschäft gehabt? Dass sie wenig Nutzen für die Praxisdes Sydenham selbst gehabt, ist von verständigen Männernlängst anerkannt; der ganze Vortheil bestand darin, dass ersieh bewogen fand, bei der einen Krankheit etwas weniger Blutzu lassen, etwas weniger zu laxiren, als bei der anderen. Inder Folge hat man ihm als Heilmeister einen gar zu grossenWerth beigelegt, welcher Missgriff heut zu Tage schon längsterkannt ist. Aber selbst in späteren Zeiten, da man seineHeilarten als unzulänglich verworfen, haben die praktischen