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Jahre in eine Quassia-, oder Frauendistelleberkrankheit u. s. vv.Ich weiss nicht zu sagen, ob diese verschiedenartigen Erkran-kungen eines und desselben Organs von dem Ergriffenseinunterschiedener Theile dieses Organs abhangen, oder ob siebloss eine Veränderung des Wesens der Krankheit bekunden.Letztes muss ich bloss deshalb annehmen, weil erstes zu be-stimmen, ausserhalb der Grenzen der ärztlichen Beobachtungliegt, ich zum wenigsten bloss dunkle Vermuthungen darüberaufstellen kann, welche für das Heilgeschäft nicht den min-desten Nutzen haben.
Die Beobachtung des Morbi stationarii, aus dem angege-benen Gesichtspunkte betrachtet, hat grossen Nutzen für diePraxis. Sobald wir nämlich Form und Wesen der Krankheiterkannt haben, so kennen wir auch das eigentliche Heilmittel,durch welches wir sie aus dem ersten Zeiträume in den derGenesung bringen können. Wir haben dann ein halbes oderganzes Jahr lang eine gemächliche, eine angenehme Praxis,wir brauchen uns nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Einzigmüssen wir nur auf die Eigenthümlichkeit der Körper, undauf seltene, wahrscheinlich in dieser Eigenthümlichkeit begrün-dete Ausnahmen von der Regel achten.
Die Veränderung des Wesens einer solchen herrschendenKrankheit ist zuweilen durch keine auffallende Veränderungder Zufälle, sondern nur bloss durch das Nichtheilwirken desMittels, welches bis dahin geholfen, zu erkennen. Z. B. wenneine Lebererkrankung als Morbus stationarius ein Jahr langdurch Brechnusswasser in allen vorkommenden Fällen sicherzu heilen war, so siehet man, verändert das Wesen dieserKrankheit, auch bei unveränderten Zufällen derselben keineHeilwirkung mehr von dem Brechnusswasser. (Sollte vielleichtein einbildischer Arzt die Heilwirkung dennoch zu sehen wäh-nen, so würde schon der Kranke oder dessen Freunde ihnbald von seiner Einbildung befreien.) Nun muss man auf-merken und untersuchen, ob die Brechnussleberkrankheit viel-leicht in eine Schellkraut-, Quassia-, oder Frauendistelleber-krankheit verändert sei. Findet man das wahre Heilmittel,so ist man abermahls ein halbes, oder ganzes Jahr Herr derKrankheit und wahrhafter Heilmeister. So lange man es «aber