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2 (1847)
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588
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Die Erinnerung der Anfangszeit und der damahligen epide-mischen Organkrankheiten gibt uns nicht selten einen Wink,der sicherer zur Erkenntniss des urerkrankten Organs führtals die täuschenden Krankheitszufälle.

Ferner ist zum Erkennen verborgener Organerkrankungendienlich, dass man sich genau erkundiget, ob in der Familiedes Kranken irgend eine Organerkrankung erblich sei, dennnicht bloss Hämorrhoiden und Lungensucht, sondern alleOrganerkrankungen erben gern fort; das heisst, nicht die Er-krankung erbt fort, sondern die Anlage des Organs zur Er-krankung. Worin diese Anlage bestehe, ist mir ein grosses Ge-heimniss, weil ich nicht gut etliche zusammengewürfelte Wörterfür Begriffe hinnehmen kann. Wenn man noch jung ist, hatman wol von Erblichkeit gewisser Krankheiten gehört undgelesen, aber man glaubt es nur halb; ist man aber sö altgeworden, dass man schon ein Geschlecht aussterben unddas zweite alt werden sah, hat man beobachtet, wie häufigdieses zweite an den nämlichen Organerkrankungen leidet,woran die Aeltern gelitten und gestorben, dann glaubt manerst recht an die Erblichkeit solcher Krankheiten und siebetin diesem Punkte die Wichtigkeit der Anamnese ein.

Die Zeit, in der ein erblich zur Erkrankung geneigtesOrgan wirklich erkrankt, ist unbestimmbar, ja der erste leiseAnfang der Erkrankung dem Erkrankten selbst unmerkbar.Eins ist aber ziemlich sicher anzunehmen, dass bei ererbterAnlage die Organerkrankung in weit jüngeren Jahren erscheintals bei erworbener. Es ist wichtig darauf zu achten. Ichhabe bemerkt, dass, wenn die Erbschaft bloss von einer Seiteder Aeltern kommt, mehre Kinder, vorausgesetzt, dass mehreda sind, verschont bleiben können. Kommt aber die Erb-schaft von beider Aeitern Seite, so siehet es übel um dieKinder aus. Ich kenne eine Familie, in der von fünf erwachse-nen Kindern nur eins gesund ist; beide Aeltern waren bauch-krank.

Damit ich mir aber nicht das Ansehen gebe, als habeich im Monde meine Kunst geübt, so gestehe ich aufrichtig,dass auf diesem wunderlichen Erdballe das Forschen nach,Erinnerungszeichen weit öfter ganz nutzlos, als nützlich ist.