Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
584
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dass das Gift der Klapper- und Haubenschlange und anderergefürchteten Bestien nur Kinderspiel dagegen ist. Das Holznämlich, welches beim Erwärmen des Badewassers zur Feuerunggedient, war in einem Waldverbergniss gehauen, worin sichSchlangen aufhielten, hatte also dem Badewasser das tödtlicheSchlangengift mitgetheilt. — Diese Erzählung, die uns allenwol etwas närrisch vorkommen wird, musste Lancisi doclifür glaubwürdig halten, sonst würde er sie nicht zur Bestäti-gung seiner Ansicht angeführt haben. Jedenfalls ist sie merk-würdig genug; denn wenn man in manchen anderen Kranken-geschichten Mühe hat, den Zusammenhang zwischen der Krank-heit und der angegebenen Krankheitsursache zu begreifen, soliegt in dieser jedes einzelne Glied der Kette, durch welche derTod mit der Todesursache zusammenhängt, so klar vor un-seren Augen, dass wir es mit Händen greifen können. Hiervergiftet die Schlangenausdünstung das Holz, das Holz ver-giftet das Feuer, das Feuer den Wasserkessel, der Kesseldas Badewasser, und das Wasser endlich den unglückseligenMenschen. Dass Gott erbarm! es gehört ein starker Glaubedazu, den niemand haben kann, als nur ein Leibarzt des Vatersaller Gläubigen.

Nun müssen wir uns zu den Zufällen der Krankheit wen-den und untersuchen, ob wir aus diesen Form und Wesender Krankheit erkennen können. Ich werde mich hier kurzfassen, weil ich im dritten und vierten Kapitel auf die Nich-tigkeit und Unzulänglichkeit der Zufälle als Erkennungsmittelder Form und des Wesens der Krankheit besonders aufmerk-sam gemacht. Ueber diesen Gegenstand lässt sich besserim Einzelnen als im Allgemeinen sprechen, und will man imAllgemeinen darüber sprechen und deutlich bleiben, so mussman von den Organkrankheiten und von den XJniversalkrank-heiten besonders handeln. Zuerst wollen wir also von denOrgankrankheiten reden.

Schon die Anatomie, die uns anschaulich den innigenZusammenhang des Gehirn - und Gangliensystemes lehret,lässt uns vermuthen, dass wir zur Erkenntniss des urergriffenenOrgans sehr übel durch die Krankheitszufälle gelangen werden;eine sorgfältige und langjährige Beobachtung des gegenseitigen