Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
562
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Unwissenheit, oder um seine Leidenschaften zu befriedigen,nicht um unsittlich zu handeln. Man kann also kühn be-haupten, dass Aerzte, die die feindlichen Heilarten täglichganz unbesorgt anwenden, bloss deshalb so handeln, weil siedas direkte unfeindliche Heilen nicht durch eigene Erfahrungkennen, also auch keinen Glauben daran haben (denn nur dieErkenntniss gibt den Glauben) weil sie sich nie das Gewagteund Unsichere der feindlichen Heilarten möglichst deutlich ge-dacht haben. Solche Aerzte handeln also keinesweges unsittlich,denn sie handeln nach ihrer besten Ueberzeugung, ja sie sindgezwungen, also zu handeln, in so fern das direkte unfeind-liche Heilen für ihren Verstand nicht vorhanden ist, sie alsowahllos zu dem feindlichen greifen müssen. Ueberdies, sprichtnicht auch das für sie, dass viele Schriftsteller, die sich ver-messen, die Unkundigen belehren zu wollen, das feindlicheund unfeindliche Heilen zu einem wunderlichen, fast unsonder-baren Mengelmuss zusammengebraut haben ? ferner sprichtnicht das für sie, dass ein bestimmter klarer Begriff des feind-lich Einwirkenden unmöglich ist? und endlich nicht das, dassdie Unmöglichkeit dieser Begriffsbestimmung in der Unmöglich-keit, den grossen Lebenskampf des Weltalls zu überschauen,begründet ist?