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2 (1847)
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552
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rung und sehen, dass der erkrankte gesund wird; dasist alles, was wir davon sagen können.

Der Gedanke, der zu unserer Zeit in der gelehrten Weltausgesprochen ist, alle Arzenei bewirke eine künstlicheKrankheit und heile dadurch, scheint mir übel auf diedirekten Heilungen zu passen; bei denselben kann ichzum wenigsten mit meinen Sinnen und der Kranke durchsein GefühJ keine neue künstliche Krankheit erkennen.

B. Naturheilung.

Wie die Natur heilet, kann der kleinstädtische Arztbesser beobachten als der grossstädtische, überhaupt besserder Land- als der Stadtarzt. Aerzte, welche in grossenStädten bloss vornehmen und reichen Leuten dienen,wissen wenig von den Naturheilungen, denn sie habenes mit einer Menschenklasse zu thun, die sich jederkleinen Unpässlichkeit wegen an den Arzt wendet undeinzig von der Kunst Heil erwartet. Selbst in kleinenStädten, wo gute Armenmittel sind, wo also (wie in mei-nem Wohnorte) nicht bloss der eigentliche Bettler, son-dern auch der unvermögende, sich, so lange er gesundist, selbst ernährende Handwerker und Taglöhner Arztund Arzenei umsonst hat, lässt sich die Naturheilung übelbeobachten. Das platte Land hingegen ist der wahreBoden, worauf man solche Beobachtungen machen kann.In den Landgemeinden wird nur den eigentlich Armenunentgeltlich Arzenei zugestanden. Alle übrige Unver-mögende, als Dienstbothen, Taglöhner, der grösste Theilder Handwerker, Häusler und andere, die nur sehr gerin-gen, oder gar keinen Grundbesitz oder Pachtung haben,müssen, werden sie krank, Arzt und Apotheker selbstbezahlen. Den Arzt fürchten sie nun wol am wenigsten;denn wenn gleich der Staat uns eine gesetzliche Anwei-sung auf die mageren Beutel dieser Mühseligen gibt, sowerden doch hoffentlich die meisten unter uns es füreinen Frevel halten, Gebrauch von dieser Anweisung zumachen: der Apotheker wird aber sehr von ihnen ge-scheuet, nicht weil er sie übertheuert, sondern weil täg-