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zu heilen bekommen, die Gallensteine bei sich haben,und könnt Ihr nicht die Steine durch Eure Brechkur auf-rührisch machen, wol gar einen derselben in den Gallen-gang einkeilen, und so den Kranken, der sich Euch umgeheilt zu werden gutgläubig anvertrauet hat, verrätherischin Lebensgefahr stürzen? — Ich sehe Euch, werthe Amts-brüder für gar zu verständig an, als dass ich die Ein-wendung von Euch erwarten dürfte, ruhende Steine undverborgene Anschoppungen seien durch die Ausfragunganstunds zu erkennen; denn wenn Ihr nicht gar zu jungund unerfahren seid, so werdet Ihr so gut wissen alsich, dass solche verborgene Abnormitäten, selbst in denFällen, wo sie nur chronische Leiden verursachen, zu-weilen durch die Erfragung schwierig, zuweilen gar nicht,sondern nur einzig durch Probemittel zu erkennen sind.
Nun wollen wir weiter gehen und insbesondere vomBrechmittel beim gastrischen Fieber sprechen. Es gibtein Leberfieber, welches consensuell von einer Urerkrankungdes Gallenorgans abhängt. Iiier hat eine vermehrte Gallen-absonderung Statt, und die in Uebermass abgesonderteGalle ist so scharf sauer, dass durch den Reiz derselbenauf den Darmkanal der ganze Organismus heftig aufge-regt und das erste, nicht selten stürmische Stadium solcherFieber erzeugt wird. Vorausgesetzt das, was ich so ebenvon den Brechmitteln gesagt, ist nicht zu läugnen, dasssie gute Heilmittel dieser Fieber sind, denn sie entfernennicht bloss den materiellen chemischen Reiz und hebendadurch das erste Stadium solcher Fieber, sondern, anta-gonistisch auf die Gallengänge wirkend mindern sie, oderheilen ganz die vermehrte absondernde Bewegung derGallengänge. Solche Fieber hat früher Stall zu behandelngehabt und sie vorzüglich durch Brechen und Laxirengeheilt.
Abgesehen davon, dass man die Entfernung der scharfenGalle eben so gut durch Neutralisiren derselben als durchEntleeren bewirken kann, ist es aber doch sehr sonderbarund mir ganz unerklärlich, dass man gerade dieses, amleichtesten zu heilende Fieber als das Musterbild aller