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2 (1847)
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520
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Wenn ein Kunstgärtner irgend eine kunstgärtnerische An-lage machen will, so beschauet er doch zuerst den Grund,den er verschönern soll; er stellet sich zu dem Ende nichtin eine Grube, sondern auf eine Höhe, von der er den ganzenPlan genau übersehen kann. Eben so machen es auch dieMesskundigen, wenn sie eine neue Kunststrasse anlegen wollen.Sie nehmen eine genaue Karte zur Hand, sie steigen aufThürme, sie stecken Stangen auf hohe Bäume, und machensich so einen anschaulichen Begriff von der Gegend, durchwelche sie die Strasse führen wollen.

Nun, sollte denn der Arzt, der einen neuen Weg zumHeilen bahnen will, sich nicht auch zuerst mit dem Bodengenau bekannt machen müssen, auf welchem er ihn anzulegengedenkt? Der erkrankte Menschenleib ist dieser Boden, nichtwie die Phantasie sich ihn vorstellet, sondern wie er durchmehrjährige, sorgfältige, vorurtheilfreie, vergleichende Beob-achtungen sich uns zeigt. Wer ihn auf die Weise kennen ge-lernt hat, dem ist es auch deutlich geworden, dass das Heilenauf verschiedene Weise geschehen könne, und dass jeder, derdieses läugne, als ein des Bodens ganz Unkundiger, zum Weg-weisen oder Wegmachen ganz unbefähiget sei.

Wenn ich behaupte, die Lehre der alten Geheimärztesage meinem Verstände besser zu als die Lehren aller anderenSchulen, sie habe sich mir bei Uebung der Kunst besser be-währet, nicht als redselige Erklärerinn des Geheilten, sondernals treue Leiterinn bei dem, was noch geheilt werden soll; sobehaupte ich dadurch nicht, jede auf eine andere Lehre basirteHeilart sei verderblich, tödtlich, verdammlich. Wollte icheine solch thörichte Rede führen, so würde ich dadurch be-weisen, dass ich den erkrankten Menschenleib nie durch ver-gleichende Beobachtung kennen gelernt; ich würde die Lehre,die ich für die bessere halte, selbst verdächtigen, sie als einesolche darstellen, die, um sie annehmlich zu machen, einerlügenhaften Aufmutzung bedürfe. Sie bedarf derselben wahr-lich nicht, darum will ich auch getrost meinen jüngeren Leserndie verschiedenen Heilarten darstellen, die Vortheile und Nacli-theile jeder einzelnen, so weit meine Erfahrung reicht, zeigen,und so unparteiisch dabei verfahren, als es einem ehrlichen