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geschäfte freundschaftlichen Rath gegeben. Um zu sehen, obauch sein Verstand gelitten, erzählte ich ihm .jetzt, wie ichseinen Rath befolgt und welches das Ergebniss gewesen; ersprach aber wirklich noch eben so verständig und mit ebender Theilnahme darüber als früher. Das Ende seines Lebenswurde auch nicht durch einen erneuerten apoplektischen An-fall herbeigeführt; er ward vielmehr immer matter, sein Pulskleiner und schneller, sein Schlaf unterbrochener, sein Ge-dächtniss schwächer, und so verlöschte er am Ende der drittenWoche seines Krankenlagers.
Solch ein kurzes Gefecht mit dem Tode lasse ich mirallenfalls noch gefallen; wenn ich aber Monate lang mich ab-mühe, den scheinlich Geheilten mehrmahls rückfällig werdensehe, und dann doch endlich der Tod mit seiner knöchernenTatze mir einen groben Strich durch meine Rechnung macht,so ergreift mich zuweilen noch jetzt, obgleich ich der Sachelängst gewohnt sein sollte, ein widriges, mein Geschäft aufAugenblicke mir verleidendes Gefühl. Ich sehe dann dieUebung unserer Kunst als ein Farospiel an, bei dem der TodBankhalter, also auf die Dauer immer im Vortheile ist, undder Gedanke steigt in mir auf, ob es nicht weit gescheitersein möchte, des Bankhalters Spielhelfer, als sein Gegenspielerzu sein.
Mache ich von allen apoplektischen Fällen, die ich jebehandelt, einen ungefähren Ueberschlag, (Buch habe ich nichtdarüber gehalten) so waren die meisten Offenbarung eines ab-gängigen Organismus, sie trafen entweder abgelebte Menschen,oder jüngere, die mit chronischen Gehirn-, oder Bauch-, oderHerzleiden behaftet waren. Apoplexie als krankhafte Störungdes wirklich gesunden, kräftigen Organismus sah ich sehrwenig. Daher mag es auch wol kommen, dass ich dem Ader-lassen keine sonderliche Lobrede halten kann. Wo ich ge-holfen, habe ich früher durch Aetlier, Wein und andere be-lebende Dinge geholfen, später, der geheimärztlichen Lehrefolgend, durch Kupfer. Bei weitem der grösste Theil wurdedadurch wieder aufgeflickt, wenige, sehr wenige starben inoder gleich nach dem apoplektischen Anfalle. Dass aber dasvermeintliche Heilen nur Flickwerk war, darüber kann ichII. 24