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2 (1847)
Entstehung
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365
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die Wirkung des Kupfers noch nicht kannte, Schwefelätherin so reichlicher Menge, als ich in ihn hineinbringen konnte.Dieser machte bald dem bedenklichen Zustande ein Ende.Das rasselnde Athemholen wurde zum tonlosen, natürlichen,und dann kehrte die Besinnung wieder. Es war gerade Sonn-tag, da er erwachte und etwas verblüfft um sich schaute; ohnezu sprechen, gab er, gefragt, durch Winken zu verstehn, dasser seine Umgebungen kenne. Sein Sohn, der kürzlich Kan-didat der Theologie geworden, hatte an seiner Statt die Kanzelbestiegen. Man glaubte, dem Erwachenden durch diese Nach-richt eine Freude zu machen; die Freude äusserte sich aberauf eine etwas ungewöhnliche Weise, er fing nämlich an zuweinen, blieb am Weinen und konnte nicht wieder davonkommen. Ich gab ihm reichlicher Aether und Wein, undstillte dadurch besser seine Thränen als durch die verstän-digste Rede. Auf die geschundenen Hautstellen legte ich, umsie bald zu heilen, Muttersalbe, denn der Zweck, der durchdie Zugpflaster sollte erreicht werden, war erreicht, mithinwürde es unweise gewesen sein, die wunden Stellen durchreizende Mittel offen zu erhalten. Im Verlaufe dieses drittenTages schickte sich beim Gebrauche des Aethers und desWeines alles auffallend schnell zur Besserung. Der Krankefing wieder an, ungefragt zu sprechen, der damische Blickseines Auges verlor sich, der volle, starke und langsame Pulswurde zum normalen, auch an dem willkürlichen Gebraucheseiner Glieder konnte man im Bette nichts Krankhaftes er-kennen. Den nächsten Tag war er wirklich im Bette einganzer Held; das war aber auch alles, was man von ihmrühmen konnte. Das Bette konnte er nicht verlassen, denner war so kraftlos, wie ein Mensch, der eben von einerschweren, langen Krankheit genesen ist, und es hat reichlich14 Tage gewähret, ehe er sich wieder einigermassen erholt.

Da er den ersten Versuch machte, im Zimmer zu gehen,bekam er heftige Krämpfe in den Wadenmuskeln; er schriebdas auf die Zugpflaster, womit ich ihn kasteiet. Da aber zujener Zeit die wunden Stellen längst heil waren, konnte ichseiner Meinung nicht sein. Mit der Zunahme der Kräfte verlorsich diese Neigung zu den Wadenkrämpfen; die ihm wirklich