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2 (1847)
Entstehung
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362
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Apoplexie. Diese Krankheit gehört zu denen, derenEntstehung den Aerzten gar übel zu erklären ist; ihre Formist sehr schlimm zu bestimmen, denn sie gleicht ja in man-chen Fällen dem tiefen, krankhaften Schlafe, auch möchte wolder höchste Grad der Trunkenheit gar nicht von ihr zu unter-scheiden sein. Auf der Hochschule nannte man mir zweiHauptarten der Apoplexie; in einer sollte Blutentziehung nütz-lich und notlnvendig, in der anderen unnöthig, ja schädlichsein; wunderlich ist es jedoch, dass ich, vom Anfange meinerPraxis bis jetzt, immer gesehen und gehört, dass die Aerzteden apoplektischen Menschen mit der Lanzette zu Leibe ge-gangen sind, und noch wunderlicher, dass ich selbst noch nieNutzen vom Aderlassen gewahret habe, auch da nicht einmahl,wo ein voller, starker Puls diese Hülfe anzurathen schien.Durch den Erfolg belehrt, habe ich mich also schon früh derBlutentleerung enthalten.

Wäre Aderlassen ein Heilmittel der Apoplexie, so müsstees, meines Erachtens, noch weit sicherer ein Vorbauungsmittelderselben sein. Ist es das denn auch immer ? — Ihr könntetmir, werthe Leser! dreissig Fälle erzählen, in denen Ihr durchAderlassen vermeintlich der Apoplexie vorgebeugt; wenn ichEuch aber nur einen einzigen, in dem das Aderlassen ihr nichtvorgebeugt, entgegensetze, so beweiset dieser einzige weitbesser die Nichtigkeit der blutigen Prophylaxis, als Eure dreissigdie Nützlichkeit und Sicherheit derselben. In diesen dreissigenberuhet der Beweis auf einem blossen Wähnen und Meinen;Ihr könnt nicht mit Sicherheit behaupten, dass, wenn allendreissig Menschen nicht zur Ader gelassen wäre, auch nur eineinziger den Schlag würde bekommen haben. Ist aber jemandnach dem Vorbauungsaderlass, selbst bald nach demselben,apoplektisch geworden, so ist das eine sichtbare Thatsache,über deren Wirklichkeit niemand etwas wähnen und meinenkann.

Den 26. Juli 1805 wurde ich von einem älteren Kollegen,dem jetzt verstorbenen Kreisphysikus Pfeffer zu Geldern ge-beten, mich mit ihm über einen, auf niederländischem Gebieteliegenden Apoplektischen zu berathen. Dieser sechzig jährige,früher immer gesunde und starke Mann, hatte sich, wegen