Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
350
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

350

wenig als ich weiss, warum Brechwurzel, Spiessglanz, Zink,und in manchen Magen Wein oder Branntwein dieses bewirken,warum Senf, Pfeffer und Meerrettig, die doch die Haut schnellund sichtbar entzünden, es nicht bewirken. Das Wie derWirkung der Arzeneimittel scheint ausserhalb der Grenzenunserer Erkenntniss zu liegen. Unterwirft man zum wenig-sten eine solche vermeintlich gründliche Erklärung einer schlichtverstandhaften Analyse, so bleibt, ausser dem Wortklange,nichts Gescheites davon über.

Ich habe gefunden, dass man die übelmachende Wirkungdes Kupfers durch einen Zusatz von Zimmet sehr massigen,ja ganz aufheben kann. Das Warum, kann ich aber auchnicht auslegen, sondern bloss sagen, dass unter manchen ge-würzhaften Substanzen, welche ich versucht, mir der Zimmetin dieser Hinsicht am besten gedient. Jedoch ist dieser Zusatzin vielen Körpern ganz entbehrlich, und wo er nöthig ist, einsehr unschuldiger Zusatz der Wirkung des Kupfers auf denGesammtorganismus keinen Eintrag thun wird.

Man kann das Kupfer geben als Oxyd, oder in Ammonium,oder in Säuren aufgelöset.

Die Verbindung mit dem Ammonio macht am leichtestenUebelkeit, darum ist auch das Cuprum ammoniacale das zweck-loseste von allen mir bekannten Kupferbereitungen.

Von den Oxyden kann man kohlensaures innerlich ge-brauchen ; es macht aber leicht Uebelkeit, weshalb es gut alsBrechmittel dienen könnte, und zwar in solchen Fällen, woman Brechen erregen wollte, ohne den Kranken hart anzu-greifen, denn offenbar macht ein Kupferbrechmittel hintennachnicht halb so flau als ein Spiessglanzbrechmittel. Das ist aberbloss ein Wink, den ich im Vorbeigehen den Brechärztengebe; ich selbst gehöre nicht zu dieser Zunft.

Treibt man durch das Feuer von dem salpetersaurenKupfer die Säure, so bekommt man ein schwarzes Oxyd, welchesetliche Scheidekünstler für ein Peroxyd gehalten haben, anderenicht. An dieser Verschiedenheit chemischer Meinungen istmir wenig gelegen; es ist ein gutes Mittel, weil es wenigerUebelkeit erregt als das kohlensaure, und weil es am brauch-barsten in solchen Fällen ist, wo es darauf ankommt, eine