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Lüge so lange für Wahrheit gehalten haben, da ihnen dochdie eigene Untersuchung sehr nahe lag und sehr wenig Mühewürde gemacht haben.
Die Kupferschläger verschlucken täglich eine gute MengeKupferoxyd; werden sie denn dadurch krank? Ich habe dasnicht bemerkt. Hier wohnen drei Kupferschläger, die, derBranntweinbrennereien wegen, viel in Rothkupfer arbeiten; abergerade diese und ihre Gehülfen sah ich fast nie krank. Be-trachte ich die Haare dieser Leute, so sehe ich, dass sie vomKupferoxyd ganz grün gefärbt sind. Bin ich nur fünf Minutenin ihrer Werkstatt, so bleibt mir der Geschmack des Kupfer-oxydes noch länger als eine Stunde im Munde. Diese Leuteverschlucken 30, 40, 50 Jahre lang täglich Kupferoxyd undbleiben gesund; wie kann denn das Kupfer ein der mensch-lichen Natur nachtheiliges Metall sein? — Einem unsererKupferschläger sagte ich einst: sein Geschäft müsse wol einsehr gesundes Geschäft sein, denn weder er, noch seile Ge-hülfen bedürfen je meiner ärztlichen Hülfe. Schmunzelnd er-wiederte er: unter ihrem Gewerke sei das, was ich sage, längstbekannt, er selbst habe auch viel alte und rüstige Meistergesehen, wisse aber wol, dass die Aerzte anderer Meinungseien. Er halte jedoch die Aerzte in diesem Punkte für Stock-narren, die Erfahrung spreche ja gegen sie.
Um zu unterstichen, ob der innerliche Gebrauch desKupfers den gesunden Menschen krank mache oder nicht,hielt ich es für das einfachste und überzeugendste, Versuchean meinem eigenen gesunden Leibe zu machen.
Zuerst nahm ich acht Tage lang frühmorgens fünfzehnGran schwarzes Kupferoxyd. Ich liess aber das Oxyd mit demExtrakt der Eichenmistel in Pillenform bringen, damit es mirkeine Ueb elkeit verursachen möchte. In Pulverform würdees mir ohne Zweifel Uebelkeit, oder wol gar Erbrechen ge-macht haben; beides musste ich zu vermeiden suchen, sonstwürde unmöglich gewesen sein, die Wirkung, die es auf meinBefinden hatte, zu beurtheilen. — Ich habe bei diesem Ver-suche nicht die geringste Trübung meiner Gesundheit bemerkt.
Bei dem zweiten Versuche, den ich eine Zeit lang späteranstellte, nahm ich drei Wochen täglich vier Gran des näm-