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2 (1847)
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345
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Die Meinung, welche man nicht bloss in uralten, sondernselbst in ziemlich neuen chemisch-pharmaceutischen Schriftenfindet: das Kupfer werde von allen fetten Oelenaufgelöset, ist eine Fabel. Die Oele lösen es nicht auf,sondern die mit denselben verbundene Säure. Trennet mandiese durch Bittersalzerde von denselben, so kann man dieentsäuerten Oele so lange man will auf Kupferfeilig stehenlassen, man wird nicht sehen, dass sie es angreifen und sichgrün färben. Nichtentsäuertes Oel färbt sich, lässt man esauf Kupferfeilig stehen, grün. Aber auch dieses Kupfersalzhält sich nicht einmahl im Oele aufgelöset, sondern schlägtsich durch die Zeit nieder, und man siehet das klare entfärbteOel über dem grünen Niederschlage stehen. Die Luft, Wasserund Luft vereint greifen das Kupfer an seiner Oberflächean, Säuren und Ammonium lösen es auf, aber nicht Oele,nicht Mittelsalze. Wenn eine Auflösung von Salmiak, aufKupfer gegossen, eine ganz hellblaue Farbe annimmt, so istdas nicht der Salmiak als Mittelsalz, der diese Auflösung be-wirkt, sondern das Ammonium, welches im Salmiak ein kleinwenig unneutralisirt vorwalten kann. Das noch in unsermJahrhundert, hinsichtlich des Kupfers, Unrichtigkeiten zumGebrauche der Aerzte und Apotheker gedruckt, ja wiederge-druckt sind, ohne dass die Beurtheiler einer solchen Schriftdieselben gerügt haben, beweiset, dass alte Fabeln, haben sieeinmahl unter den Aerzten Fuss gefasst, schwer auszurotten sind.

Zu diesen Fabeln gehört auch unwidersprechlich die Giftig-keit des Kupfers. Dass jede Arzenei, ungehörig angewendet,dem Kranken schaden könne, daran zweifelt wol kein ver-ständiger Mensch, also wird man dieses auch vom Kupfer nichtbezweiflen. Dass ein Gesunder durch grosse Gaben Kupfersalzeoder Oxyde könne getödtet werden, mag ich eben so wenigin Abrede stellen, als dass der nämliche Zweck durch grosseGaben Branntwein kann erreicht werden. Wenn aber be-hauptet wird, das Kupfer könne in massiger Gabe, in solcher,die allenfalls in Speise und Trank einem Menschen unmerklichbeizubringen sei, tödtliche Wirkung haben, so erkläre ich dasgeradezu für die grösste Unwahrheit. Es macht den schul-rechten Aerzten wahrlich sehr wenig Ehre, dass sie diese