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Staatsrath, damahligem Rathe und Professor Hufeland in Jena,gelegentlich geschrieben, und versprochen, ihm meine Beob-achtungen in der Folge ausführlicher mitzutheilen. (Man findetdiese kurze briefliche Nachricht in seinem Journale B. IVS. 825.)
Da Herr Reich sein Fiebermittel bekannt machte, hatteich schon hinlänglich Gelegenheit gehabt, durch vergleichendeBeobachtungen mich zu überzeugen, dass die Säuren wol imPetechial- oder Faulfieber, aber nicht in dem typhösen, wel-ches man damahls, wie auch noch wol jetzt, Nervenfiebernannte, Heilmittel seien. Ich hätte also des Hrn. R. Ent-deckung, die sich im Berliner Krankenhause nur sehr unvoll-kommen bewähret, theils trefflich bestätigen, theils berichtigenkönnen. Da dieses aber nicht zu tliun war, ohne dem Publicodurch Erzählung beweisender Thatsachen zu sagen, ich habeschon ein paar Jahre früher die angebliche Entdeckung gekanntund mit überraschendem Erfolge angewendet, so hielt michein Gefühl des Schicklichen von aller literarischen Einmischungzurück. Ich habe es nämlich von jeher etwas klein und arm-selig gefunden, jemand eine vermeintliche Entdeckung direktoder indirekt streitig zu machen. Ist das Entdeckte gut undnützlich, so kann es ja der menschlichen Gesellschaft ganzgleichgültig sein, wer es entdeckte. Jeder spätere Anspruchauf das Erstrecht der Entdeckung, und wäre dieser Anspruchauch in die höflichste und schonendste Rede gehüllet, mussdem Ansprecher das Ansehen eines armseligen Neidharts geben,und das um so viel mehr, wenn der angebliche Entdeckerdurch seine Entdeckung Ehre oder Geld erworben. Von recht-lichen, freisinnigen Aeltern erzogen, hatte ich aber schon inmeiner Jugend einen solch unüberwindlichen Abscheu vor der-gleichen niederen Leidenschaften, dass ich um alles in derWelt nicht einmahl den leisesten Verdacht derselben auf michhätte laden mögen. Ich schwieg also; aber, aufrichtig ge-sprochen, es schmerzte mich, dass man die Reichsche Ent-deckung so gar junkerhaft behandelte.
Seitdem sind nun vierzig Jahre verflossen, die heutigejunge Welt weiss nichts vom Reichschen Fiebermittel, die Ge-schichte der Medizin erwähnt dieser Sache nur als einer vor-