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Ettmüller, der ohne in die Geheimlehre der Iatrochemikereingedrungen zu sein, manche ihrer Mittel anführt, und über-haupt mit mehr Achtung von ihnen spricht als manche andereGelehrte, hatte mich längst auf selbige aufmerksam gemacht.Der Gedanke tauchte bei mir auf, ob der kubische Salpeterwol eins jener berüchtigten iatrochemischen Grossmittel seinmöchte. Petrus Paternus, der einzige Schriftsteller der Art, denich damahls besass, regte meine Neugierde mehr auf als dass ersie befriediget hätte. Er schreibt wirklich, was die Bereitungder Mittel betrifft, so dunkel, dass ich bis diesen Augenblicknicht rathen kann, ob sein Antipyretum der kubische Salpeter ist.
In der literarischen Abgeschiedenheit, worin ich als klein-städtischer Arzt mich belinde, ist es etwas ungemächlich, alteBücher aufzutreiben. Ich bat damahls den in Köln wirkendenProfessor Rougemont, mir die Werke des Helmont und Paracel-sus bei einem Antiquar zu kaufen. Seine wenig tröstlicheAntwort lautete aber: er habe den Helmont gar nicht findenkönnen, den Paracelsus zwar gefunden, der Antiquar aber sech-zehn Laubthaler dafür gefodert, und auf die Bemerkung desUebertriebenen in dieser Foderung, bloss mit einem, den Miss-schätzer alter Bücher bemitleidenden Blicke geantwortet. Rouge-mont war aber, ohne dass ich ihn darum bat, so gefällig, miraus seiner Bibliothek die Werke des v. Helmont und einen,etliche Bücher des Paracelsus enthaltenden Quartband zu schik-ken. In letzten fand ich, ausser manchen die Medizin nichtberührenden Büchern, die Archidoxa, und da ich von derChemie so viel behalten hatte, dass man aus Kochsalz durcheine einfache Wahlverwandtschaft kubischen Salpeter bereitenkönne, so fesselte in den Archidoxen die Ueberschrift El-ixirsalis gleich meine Aufmerksamkeit. Ich sah bald, wie ichoben bemerkt, aus dem Ergebnisse des Prozesses selbst, dassdie Paracelsische Aqua solvens Salpetersäure müsse gewesensein, welches sich mir hernach, da ich die Werke des Para-celsus von einem ehrlichen Manne etwas billiger erhandelt,durch Vergleichung mehrer Stellen bestätigte, gleichwie ichden mir anfänglich grosse Zweifel erweckenden Zusatz vonGold gar bald für ein, wo nicht eigenthümlich Paracelsisches,doch gemeines iatrochemisches Wirrsal erkannte.