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2 (1847)
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es. Hinsichtlich des Wechselfiebers hatte ich schon damahlslängst meine eigenen, vermuthlichen Gedanken, welche ich imvorigen Kapitel dem Leser mitgetheilt, und wenn ich gleichhinsichtlich der Urorganleiden noch gar rohe, echt galenischeBegriffe hatte, so waren diese doch hinreichend, mir das Nicht-wirken bei den chronischen Fiebern, welche mir vorkamen, zuerklären. So übte ich nun die Kunst acht bis neun Monategar lustig und ohne Kopf brechen. Es ging mir damahls, ohnedass ich es selbst ahnete, wie einem unkundigen Reiter, denman auf ein frommes, gemächliches, zugerittenes Pferd setzt;er trabt, galoppirt, traversirt, courbettirt und dünkt sich einganzer Stallmeister zu sein: gibt man ihm aber einmahl eineharttrabende, eigensinnige, halsstarrige Mähre, so ists am Endemit seiner vermeintlichen Reitkunst. Nun, auch mir wurdegar bald das halsstarrige Ross vorgeführt, das waren die Leber-fieber, die ich im vorigen Kapitel beschrieben; bei diesen wolltedas unfehlbare Fiebermittel nicht helfen und ich musste andernRath suchen.

Schon früh war ich der Meinung, die Heilwirkung derMittel beruhe auf unwandelbaren Naturgesetzen. Diese Ge-setze könne der menschliche Verstand zwar nicht ergründen,aber er könne doch von Beobachtungen und Versuchen allge-meine Sätze abziehen, die, ohne gerade auf unbedingte Un-fehlbarkeit Anspruch zu machen, von grossem Nutzen beikünftiger Behandlung der Krankheiten sein müssten.

Ferner war ich der Meinung, die Heilwirkung eines Mittels,welche man in einer so hinreichend grossen Zahl von Fällenbeobachtet, dass keine zufällige Täuschung möglich, (welchebei wenigen Fällen allerdings möglich ist) sei etwas Thatsäch-liclies, welches nie durch irgend eine theoretische Beweisthüme-lei könne unwahr oder ungeschehen gemacht werden. DasNichtheil wirken dieses Mittels, bei scheinbar ähnlichen Fällen,müsse also seinen guten Grund haben, und diesen Grundhönne man nicht nach einer auf angebliche Kenntniss desbelebten Menschenleibes basirten Theorie, sondern nur durchvergleichende Beobachtungen ausmitteln.

In Erwägung der Kürze und Unsicherheit des mensch-lichen Lebens, der Abhängigkeit, in der wir praktischen Aerzte