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FUSELÖL
che er mit dem öle eingeht, weil die Verdünnung eines solchen Alkoholsmit Wasser, oder seine theilweise Verdunstung an der Luft, den Fuselge-ruch wieder hervorbringt. Der Bestand vom Fuselöl im Branntwein setztalso einen gewissen Grad von Auflockerung in den Bestandtheilen des Al-kohols voraus, und bildet eine Art von Unvollkommenheit dieser Flüssig-keit, die wohl zu unterscheiden ist von derjenigen, welche auf einem Man-gel in der Regelmässigkeit des Verhältnisses seiner Bestandteile beruhet.Der absolute Alkohol enthält 2 Kohlenstoff, 6 Wasserstoll und 1 Sauer-stoff. In diesem Verhältnisse ändert die Gegenwart des Fuselöls nichts,vielmehr wird es bei ihr als hinlänglich begründet vorausgesetzt; blos einegrössere Lö.-barkeit der Bestandteile wird durch sie bewiesen, von wel-cher dann aber auch eine grössere Neigung des Alkohols, seine Bestand-teile zur Bildung von Essigsäure, unter einem dazu geeigneten Verhält-nisse, abzugeben, und dann, um so viel, als dies geschehen ist, Verlust anFuselöl zu zeigen, begründet wird. Schwacher Alkohol wird schon durchdie mechanische Reaction von ein wenig Ferment und durch die Aufnahmeschon fertigen Essigs leicht in Essig umgewandelt; Alkohole aber, die amreichhaltigsten an Essigsäure sind, sind am ärmsten am Öl. Wenn manfusligen K o r nb ra n n t w ein verdünnt und erkältet, so scheidet sich dasunreine Fuselöl wie eine talgartige Masse ab. Es krystallisirt aus einerAuflösung in heissem Weingeist in weissen Blättchen, sublimirt sich inweissen farblosen Nadeln, ist leichter als Branntwein, bei der gewöhnlichenTemperatur schmierig, schmilzt in der Wärme zu einem gelben Öl, hinter-läßt nach dem Verdunsten auf dem Papier einen Fettfleck, riecht undschmeckt widrig fuslig. Dagegen ist das rectificirte Fuselöl aus Kartof-fe lbran n tw ein farblos; es fühlt sich fettig an, erzeugt keinen Fettfleck,riecht durchdringend, verändert sich nicht an der Luft, verbrennt mit weis-ser Flamme, löst sich leicht in Acid. acet. conc. und Alkohol auf (s. E. L.Schubarth, Technische Chemie. Berlin 1833. Bd. 2. S. 449). Von den imGetreide gebildet vorhandenen ölen ist das Fuselöl wesentlich verschieden;es wird nach Lüdersdorff aus diesem, namentlich dem fetten Getreideöl,erst gebildet. Letzteres ist braungelb, hat einen brotartigen, nicht unan-genehmen Geruch, erstarrt in der Kälte. Der Fusel sammelt sich bei derBranntweindestillation entweder in der Vorlage, oder in gewissen Theilendes Weingeistapparats. In einem Falle enthielt das concrete Fuselöl in100 Theilen 2~,5 Kupferoxyd, 6,3 Zinnoxyd, 3,5 Bleioxyd. Zufälle derVergiftung: Ekel, Schwindel, Ohnmacht, Lähmung der Nervenkraft.(Pelletan im Jouru. de Chim. med. 1825. Fevr. Geiger'» Magazin fürPharinacie. 1825. Aug. S. 157.) Der Vergiftungsprocess beruht darauf,dass der Alkohol im Magen sich in einer Temperatur befindet, die vollkom-men hinreichend ist zu seiner Expansion, folglich zur Auflockerung der ge-genseitigen Verbindung .seiner Bestandteile, und unter diesen namentlichdes Fuselöls. Durch das bestehende Expansionsverhältniss wird dieses nuneher zum Aufsteigen im Schlünde und dadurch zur Aufnahme in den Ex-spirationsstrom gebracht. Dazu aber wird freilich vorausgesetzt, dass derdas Fuselöl enthaltende Branntwein in einer Quantität im Magen sich befin-det, die die von diesem zu liefernde Säure nicht schnell genug im hinrei-chenden Umfange mächtig für die Umwandlung des Alkohols in Essigsäurewerden lässt, so dass dieser die Aufhebung des Fuselöls mit sich bringendeProcess nicht schnell und allgemein genug erfolgen kann. (S. Eggert, Dergewaltsame Tod ohne Verletzung. Berlin 1832. S. 361.) Hieraus erklärtes sich, wie ein fusliger Branntwein, zu dem man etwas guten Essig,säuerliche Pflanzensäfte gesetzt, bei Trinkern der Gesundheit weit wenigerSchaden bringt, als wenn derselbe ohne solche Zusätze genossen wird. Eswäre daher zu wünschen, dass jeder ordinäre Branntwein nicht anders alsmit solchen Zusätzen gemischt verkauft werden dürfte. Gegenmittel.Zuerst ein Brechmittel; dann viel Zuckerwasser mit Citronensaft, Essig,kalte Kopfumschläge, starker Kaffee. — Ist der Tod mutmasslich durchFuselöl entstanden, so muss bei der Section die Magenflüssigkeit chemisch