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BAD

welche sa.'zsauren und schwefelsauren Eisenvitriol enthalten, z. B. Alexia-bad. 3) Schwefelbrunnen. Sie enthalten vorzugsweise geschwefeltesWasserstoffgas (hepatisches Gas, Hydrothionsäure). Wir unterscheiden hiera) salinische Sch w ef e 1 was se r, z. B. Eilsen, Nenndorf, Baden beiWien, Langensalza, Limmer bei Hannover, Nordheim, Winzlar bei Rehburg,Enghien in Frankreich. &) Alkalisch-salinische, als Aachen, Burt-scheid, Weilbach. Aber nicht allein die chemischen Bestandtheile, die manin den jetzt auch sehr Mode gewordenen Struve'schen künstlichen Mi-neralbrunnen sehr genau zusammengesetzt findet, und die in den Trink-austalten der Art in Berlin, Dresden, Leipzig, Hamburg, Petersburg etc.jährlich fleissig und mit vielem Nutzen besucht werden (s. F. L. Kreysig:über den Gebrauch der natürlichen und künstlichen Mineralwässer. Leipz. 1823.ä-^Aufl); — sondern auch das eigentümliche Leben in den Heilquellen,namentlich in den Thermen (s. Landesmann : Das Leben der Thermen.Wien 1836) und der darin vorkommende so wunderbar starke feine animali-sche belebende, stärkende und nährende, allen schwachen Kranken so wohl-thätige Stoff, das Anabain, sind es, die die Wirksamkeit der Mineralquel-len zum Trinken und Baden so sehr erhöhen. Wir betrachten hier die Bä-der, die Brunnen- und Badeanstalten nur noch aus dein staats-arzneilichen Gesichtspunkte. In allen civiiisirtcn, mit guter Medicinal-policei versehenen Staaten stehen diese so nützlichen Anstalten von Seitender Medicinalbehörden unter öffentlicher Aufsicht, damit mit dem Badenund Brumientrinkcn kein Missbrauch aus Unkenntniss und so Schaden ent-stehen könne. Für die Curgäste sind in den meisten Bädern besondereBrunnen- und Badeärzte öffentlich angestellt, an welche sich der Lei-dende zu wenden hat und dessen Vorschriften in der Diät, in Betreff dererlaubten und verbotenen Speisen und Getränke (je nach der eigenthümli-chen Beschaffenheit der Mineralquelle) entgegennehmen kann. Für die Ba-denden findet man gewöhnlich auch ein Badereglement, wo bei künstlich er-wärmten Bädern auch d : e Temperatur genau bestimmt ist, nach welcher fürgewöhnliche Fälle gebadet werden muss, wenn der Arzt es nicht andersanordnet. — Ein wichtiger Gegenstand, worauf erst in neuern Zeiten dieGesundheitspolicei aufmerksam geworden, ist das Bad der Jüdinnen,was sich gewöhnlich in einein Keller befindet, gemeinschaftlich von den jü-dischen Frauen einer ganzen israelitischen Gemeinde nach gehabter Men-struation und nach dem überstandenem Wochenbette, wo das mosaische Ge-setz das Baden vorschreibt, benutzt wird, aber oft so unzweckmässig ein-gerichtet ist, dass manche Judenfrau sich dadurch den Tod zugezogen hat.Mombert hat das Verdienst, diesen, sowohl für die medicinische Police!, alsfür den praktischen Arzt in ätiologischer Hinsicht so wichtigen Gegenstandzuerst behandelt zu haben (s. Henke't Zeitschr. für Staatsarzneikunde. 1830.Bd. 20. S. 274), nachdem schon früher Schneider (Ebendas. Bd. 10. S.246.) denselben angedeutet hatte. Mombert's kleine Schrift: Das Keller-quellbad der Israelitinnen etc. Mühlhausen 1828. erregte die öffentliche Auf-merksamkeit. Er zeigte darin, dass dieses Bad aus verschiedenen Ursachender Gesundheit der darin Badenden nachtheilig werden könne. Das religiöseGesetz verpflichtet alle Jndenfrauen nach jeder Menstruation, nach jedemWochenbette in Quellwasser zu baden. So lange die Frau dieses nicht ge-than, ist sie unrein, und der Mann darf nicht allein nicht im engen eheli-chen Umgange mit ihr leben, sondern auch auf keine andere Weise sieberühren, ihr die Hand nicht reichen, den Platz nicht berühren, auf demsie gestanden, die Sachen nicht berühren, die auf diesem Platze gelegen etc.weil sie so lange treif, d. i. unrein ist (s. III. B. Mosis Capit. 15.).— Die Quellen befinden sich in grössern Städten gewöhnlich in den Kel-lern der Synagogen, in kleinern Orten in Privatkellern. In grossen Städ-ten sind sie zuweilen ziemlich gut, bei weitem die meisten aber sind er-schrecklich schlecht, besonders in kleinern Städten, in Dörfern und wo dieGemeinden sehr arm sind. Wenn man hier in den meist kalten, modrigen,tiefen Keller gekommen ist, gehen von diesem aus erst 8, 10 u. m. steinerne