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1 (1838) A - K
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214 AUSDÜNSTUNGEN — AUSSAUGEN

Staub trocknen, und ganz kleine Kügelcben und Sabspiesschen bildendenSchweisse einer fleckfieberkranken Klosterfrau Schwefel, Kohlenstoff undmancherlei Salzkrystalle, Taclienius in einem andern krystallisirten Salmiak;— manche Hämorrhoidalkianke bekommen unter den Achseln einen das Heiudhellroth färbenden Schweiss i beim Gebrauch des Quecksilbers fand man me-tallische Theilchen davon im Schweisse. (Girtanner, Alyon), und der veil-chenblaue Krankenschweiss enthält nach Hartmann (Hufcland's Journ. 1819.St. 7. S. 25.) blausaures Eisenkaii. Dass die Ausdünstung mancher Thiere,sowie bei manchem Kranken, giftig werden, ist gleichfalls eine Thatsache(s. Ausdünstung, giftige). Der gerichtliche und polieeiliche Arzt wirddaher aus der Lehre von der Ausdünstung bei der Verhütung, Erkenntnis»und Diagnose somatischer und psychischer Gebrechen manche nützliche An-wendung im praktischen Leben machen, ohue dass es nöthig wäre, hier insSpecielle zu gehen.

Ausdünstungen, giftige. Sowohl die Ausdünstungen stehenderWasser, der Sümpfe, Moräste, (Sumpfluft), als Ausdünstungen von ver-westen vegetabilischen und animalischen Stoffen und von Thieren und Men-schen, weiche in engen Räumen eingeschlossen, sind sehr nachtheilig fürdie Gesundheit der Menschen, und werden, indem sie die Luft verpesten,wahrhaft giftig, so dass sie böse ansteckende Fieber erregen. S. Ausdün-stung, Atmosphäre, Ansteckung, Epidemie, Miasma, Luft-verderbuiss. Auch die Ausdünstungen mancher betäubenden Pflanzensind giftig und köuuen so den Tod erregen, z. B. der Dunst von Crocusorientalis, von Hanfkraut, Rhus toxicodendron, sowie der Dunst der Blau-säure, die Dämpfe von Quecksilber, Arsenik, verschiedene Gasarten: Schwe-fel-, Kohlen- und Phosphorwasserstolfgas, Kohlenoxydgas u. a. mehr,(s. Scheintod), sowie denn auch bei Scbeintodten die zu frühe und zustarke Anwendung flüchtiger Riechnritte! oft den wirklichen Tod beförderthat (s. Marx, Lehre von den Giften. Bd. II. 8. 135 u. 136. — Schlü-pfer , Diss. sistens experimenta de effectu liquidorum quorundam medicamen-tor. ad vias aeriferas applicatorum in corp. animale. Tub. 1816.), und diemediciniscbe Anwendung der Gasarten, namentlich bei Lungenleiden, grosseVorsicht erheischt. Viele giftige Ansteckungsstoffe, z. B. das Contagium desTyphus, durch die Lungen eingeathmet, wirken ähnlich, wie der Dunst vonKohlengas. Nach Steinheiin (Humoralpathologie. Schlesw. 1826. S. 557.)wirken die subtilen Ausflüsse mancher Geschöpfe, namentlich der Schlan-gen, wie Gift; sie sind häufig die luftartig verdünnten Vorläufer einer imhöchsten Grade concentrirten Giftsecretion , die sich, im tropfbar flüssigenZustande, in einem besondern Behältnisse dieser Thierleiber abgesondertlind dort aufbewart finden. Nach ihm enthalten die Ausdünstungen derSchlangen dasselbe Gift. S. Schlangen, giftige.

Ausgrabung', gerichtliche, ä. Effosio legalis.

Aushebung der Mannschaften , s. Recrutirung.

Ausleerungen, krankhafte, s. Profluvia.

Ausmittelung , die eines Giftes, s. chemische Analyse.

Ausmittelungslehre, gerichtliche, und psyc hi s ch-ge-richtliche, s. Ar» exploratoria forensis und Ars explorato-ria psychico-forensis.

Aussatz, s. Hautkrankheiten.

Aussaugen, das. eines Giftes. Schon Celtui spricht von Pfeil-und Thiergifteu, wogegen er das Aussaugen der Wunden und erwärmendereizende Mittel anräth, Faul von Ägina u. a. Ärzte loben gleichfalls dasAussaugen, Schröpfen, Brennen und Amputiren bei vergifteten Wunden, undauch die gegenwärtige Zeit erkennt den Nutzen solcher Mittel au, z. B.bei Wunden, die ein toller Hund gebissen. Das Ausspülen der Wunde mit