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1 (1838) A - K
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AUSDÜNSTUNG

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Schweisä auf stark behaarten Hautstellen: am Haarkopfe, unter deu Achseln, in»ler Schoosgegend, wo er, zumal bei mancheu Weibern, einen flüchtigen, demätherischen Princip des Chcnopodium Vulvaria ähnlichen Stoff zu enthaltenscheint, gleichwie am Mittelfleische, zumal bei unsaubern und stark schwiz-zenden Menschen, desgleichen an den Füssen etc. — Dasselbe gilt von derHaut- und Haarausdünstung mancher Thiere. Wie sehr unterscheidet sichnicht ihr Geruch hei Pferden, Rindern, und hier wieder beim Ochsen undder milchenden Kuh, bei Schweinen, Schafen, und beim Ziegengeschlecht,zumal bei den Männchen in der Brunstzeit (Jiircinus). So duftet die Anti-lope Sylvicultrix auf Guinea zu gewissen Zeiten einen Moschusgeruch aus,der sich viele Jahre noch in dem ausgestopften Balge dieses Thieres erhält,wie jener vom Bisamthiere, vom Stinkmarder, der gemeiuen und Speckfle-dermaus, dem Caguare, einer Art Ameisenfresser, welche drei letztern in ih-ren Wangenhautdrüsen zugleich eine gelblichbraune, fettige und frisch starknach Moschus riechende Flüssigkeit absondern. Auch die sogenannten Brak-ken, eine gewisse Art Jagdhunde, dunsten, wenn sie übermässig lange ge-jagt haben, einen eignen Übelgeruch aus. Wie wird nicht mancher Menschdurch die Ausdünstung der Katzen, Vipern, Schlangen etc. angegriffen! —Auch Stoffe von gewissen Nahrungs- und Arzneimitteln, z. B. von Knob-lauch, Zwiebeln, Wein, Baumöl, Guajak, Opium, Stinkasartt, Schwefel etc.,innerlich genommen oder äusserlich in die Haut gerieben, theilen sich sehrmerklich der Ausdünstung mit. Vom Genüsse vieler Säuren wird sie sauer(Ludwig). — Ausser diesem mannigfaltig modificirten Riechstoff enthält dieAusdünstungsmaterie theils Wasserdunst, theils kohlensaures Gas, zuweilensogar Stick- oder Wasserstoffgas, geschwefeltes der gephosphortes, oderauch wol eine Verbindung von zweien oder dreien dieser Luftarten. Sodünsten diejenigen, welche Schwefel innerlich und äusserlich gebraucht ha-ben, Schwefelwasserstoffgas aus, dergleichen sich auch nach Vauquelin (s.Annal. d. Ch. T. 58.) im Haut- und Haardunste starkblonder Menschen findensoll. Selbst Phosphorwasserstoffgasausdünstung hat man bei denen angenom-men, deren Leuchten sich sogar ihrer Leibwäsche inittheilt, sowie beiSelbstverbrennungen des mensch!. Korpers. ( Treviranus i. s. Biologie. V.S. 81. etc. 137) Hierher gehört ferner der leuchtende, wie Phosphor rie-chende Hautau9dünstungsstoff eiuiger schwarzen Pferde, deren Haar, wennsie in Schweiss gerathen, gleich dem dunkeln Haar der afrikanischen Hyä-nen ( Licht fHStcin ) weiss wird und phosphorescirt. — Wichtiger als die ge-sunde thierische Ausdünstung, ist für die Staatsarzneikunde die thieri-sche Ausdünstung im krankhaften Zustande. Dass sich mit demKrankenschweisse mancherlei mehr oder weniger volatile, selbst Ansteckungs-stoffe mit verflüchtigen, verräth schon sein überaus verschiedener Geruch.Specifik ist dieser z. B. in der Menschenpockenkrankheit, im Friesel u. a.Ausschlagskrankheiten, in der Syphilis, in gastrischen Fiebern, in Scropheln,Rhachitis etc., aashaft im Faulfieber, und bei säugenden Müttern nach un-terdrückter Milchsecretion ( Chambon de Montaux), faulfischig im gelbenFieber (Jackson) , leichenartig modrig in der morgenländischen Cholera(Moit ), verschiedentlich sauer in den meisten acuten, und in einigen chroni-schen Krankheiten wie in der Gicht, Osteomalacie etc. Brera fand ihnnach einem zu früh verschwundenen Gesichsrothlauf kantharidenartig, wo-rauf sich auch, wie von genommenen Kanthariden, Harnstrenge und Blut-harnen einstellte. Der kritische Krankenschweiss riecht insgemein modrig.Aber auch g. obere, theils lymphatische, theils ölige, schleimige, leimige, gal-lige, sandige, salzige u. a. Stoffe werden mit ihm ausgeschieden. Daher seineverschiedene Consistenz, sein abweichender Geschmack etc. So schmeckt erim Kindbetterinnenfieber sehr sauer, in der Honigharnruhr süsslich, in derGelbsucht bitter, in der Krisis mancher Fieber ätzend scharf und urinös.Es giebt safrangelben, grünlichen, blauen, milchweisseu, bleifarbigen, mennig-,ja blutrothen und schwarzen Krankenschweiss. So fand Orfila in dein ei-nes Gelbsüchtigen wirkliche Galle, Jordan in dem der Gichtkranken freiePhosphorsäure, oder phosphorsauren Kalk, Galeaxzi in dem 6chwarzep, wie