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1 (1838) A - K
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ABDOMEN

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der Unterleib, Bauch. Ist der untere Theil des Rumpfes am mensch-lichen Körper, der theils von knöchernen, theils von fleischigen Theilengebildet wird, und eine Höhle ( Cavum abdominis) in sich schliesst. Diesebegrenzt nach unten das knöcherne Becken; auf dem Kreuzbein ruhen nachhinten die Lendenwirbel, und nach oben zur Seite schliessen die'falschenRippen die Höhle. Ganz oben scheidet das Zwerchfell ( Diaphragma)die Bauchhöhle von der Brusthöhle. Die Bauchmuskeln bedecken die fal-schen oder kurzen Rippen und verschliessen den freien Raum, indem siesich von hinten von den Querfortsätzen der Lendenwirbel an, seitwärts zwi-schen der letzten Rippe und dem Darmbein nach vorn erstrecken, alleTheile umgeben und in der Linea alba zusammentreten. Im strengernSinn unterscheidet man noch Bauchhöhle und Beckenhöhle. (S.Becken.) Letztere wird von der erstem durch die Linea arcuata (d. i.die geringe Erhabenheit an dem innern Umfange der Beckenknochen, welcheam Promontorium ihren Ursprung nimmt, an der Seite des heiligen Beins,des Darmbeins, an dem Queraste der Schambeine hingeht und sich von bei-den Seiten an der Symphysis ossiuin pubis endigt) getrennt. Den zwischenden Darmbeinen befindlichen Raum rechnen Einige, und zwar mit Recht,zur Bauchhöhle, Andere zum Becken (oberes Becken). — Die Grösse derBauchhöhle ist nach Umständen (grössere oder geringere Erschlaffung derBauchmuskeln, leerer oder gefüllter Magen, Uterus gravidus et non gravi-dus, Hydrops abdominis etc.) verschieden. Die im Cavum des Bauches lie-genden Organe theilt man nach ihren verschiedenen Hauptfunctionen in dreiverschiedene Systeme: 1) Das Systema chylopoeticum, welches die Ver-dauung bewerkstelligt, den Milch- oder Nahrungssaft ( Cltylus ) entwickelt,und den nutzlosen Rest der Speisen ( Faecet ) wieder aus dem Körper ent-fernt. Hierher gehören: der Magen mit dem Schlünde und der Speiseröhre,der Dünn- und Dickdarm, Leber, Gallenblase, Milz und Pankreas. (S.diese Artikel und Darmcanal.) Wenn eins oder das andere, oder meh-rere dieser Organe erkrankt sind, so leidet stets mehr oder minder die Ver-dauung und Ernährung. 2) Das Systema uropoeticum , welches den Harnab - und aussondert, wozu Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhregehören. 8) Das Systema genitale , bestimmt zur Fortpflanzung der Gat-tung, zu weichein beim Manne das Scrotum, die Testes und Funiculi sperma-tici, die Ductus deferentes, Vesiculae seminales, die Prostata und der Pe-nis, — beim Weibe der Uterus mit den Ligamenten, die Ovaria, TubaeFallopii, die Vagina und die äussern Genitalien gehören.

Um die Lage der Eingeweide, sowie bei Bauchverletzungen Ort undStelle der Verletzung genauer bestimmen zu können, hat man den Unter-leib in mehrere Gegenden ( Regiones) getheilt, deren genaue Kenntniss fürden gerichtlichen Arzt und Wundarzt, sowie für den Rechtsgelehrten höchstwichtig ist. Wir unterscheiden: a) Die Oberbauchgegend ( Regio epi-gatlrica, Epigastrium ). Wenn man eine Linie von der letzten falschenKippe der einen Seite nach der letzten der andern hinzieht, so wird einRaum gebildet, der zwischen dieser Linie und dem Zwerchfell und zwischenden falschen Rippen bis zum Processus ensiforinis des Brustbeins ( Sternum)hin eingeschlossen ist. Diese Gegend theilt man der Breite nach in dreiTheile. Der mittlere ist die Herzgrube ( Scrobiculus cordis) , die beidenSeitentheile heissen D ü n n u n g oder Weichen, und zwar der Theil rechtsunter den falschen Rippen heisst Hypochondrium dextrum, der Theil linksHypochondrium sinistrum. b) Die U n ter b a u chge gend ( Regio hypoga'itrica). Wenn man aufs Neue von der obern Spina anterior der Cristades Darmbeins der einen Seite zu der entgegengesetzten eine Linie zieht,so wird unter derselben ein Raum liegen, der von dieser Linie, den Darm-beinen und dem Schambogen umfasst wird und diesen Namen führt. Dermittlere untere Theil am Schambogen selbst heisst S cham g ege n d ( Regiopubis) ; die untern Seitentheile des Bauches, die an die Schenkel stossen,wo zugleich ihre Beugung wahrgenommen wird, nennt man Regione» ingui-nalet (Leistengegenden), c) Die Mittenbauchgegend ( Regio mesoga-

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