sollen in Deutschland keine 40 000 kg im Jahr verbraucht werden. Dannmüßten sich aber in Kamburg bedeutende Lagerbestände angehäuft haben.Die Londoner Bestände am Jahresschluß sind sehr zurückgegangen, wasmit dem Emporkommen Hamburgs als Rhabarbermarkt zusammenhängt.Vielleicht verbraucht Deutschland mit seinen 6000 Apotheken (und denvielen Drogenhandlungen) doch etwas mehr. Dann würde es fast 1 / 10 derGesamtausfuhr Chinas konsumieren. In einigen Jahren wird sich derKonsum besser abschätzen lassen, da ja die Ausfuhren jetzt, weil vongrößerer Bedeutung, in den Listen aufgeführt werden.
Die Gesamtausfuhr Chinas wird mit folgenden Werten angegeben:1907: 592 277 kg, 1908: 670 510 kg. Hamburg erhält die Droge direkt ausChina. Beachtenswert ist (wie beim Tee) der ständige Export Hamburgsnach Rußland, trotz der sibirischen Eisenbahn!
Rhizoma Zingiberis: Nach neueren Mitteilungen stellt die Pflanzehohe Anforderungen an den Boden, laugt diesen bald aus. Am besten eignetsich sandiger und kalkhaltiger Lehmboden. Die Aussaat geschieht durchStücke von Wurzelstöcken (ähnlich wie bei der Kartoffel). Nach demWelken der Blätter und der bis meterlangen Blütenschäfte (nach 9—11Monaten) wird geerntet. 1 ha gibt 1100—1700 kg Ertrag. Die Hauptsortendes Handels sind bekanntlich: Bengal-, Cochin-, Japan-, China-, Jamaika-und Westafrika-Ingwer. Hauptmarkt ist London. Die Londoner Zufuhrenbetrugen (in Ballen) 1907: 17 307, 1908: 25 411, 1909: 26 560. Es verbleibenaber sehr erhebliche Lagerbestände am Jahresschluß (in Ballen) 1907:26 246, 1908: 23 003, 1909: 26 205.
Der Hamburger Markt zeigt folgendes Bild (Werte in kg):
1897 .
1898 .
1899 .
1900 .
1901 .
1902 .
Einfuhr632 800425 100330 300288 100264 700456 200
Ausfuhr478 800212 100191 500193 200180 600271 800
190319041905190619071908
ig
Einfuhr961 9001 232 700748 100280 300326 000647 100
Ausfuhr510 100745 600739 000229 100184 700397 300
nach Hamburg, während
Es kamen somit in 12 Jahren 6 593 3004 333 800 kg wieder seewärts ausgeführt wurden, im Mittel steht einer jähr-lichen Einfuhr von 549 444 kg eine Ausfuhr von 361 150 kg gegenüber.Die in Hamburg am Jahresschluß verbleibenden Bestände betrugen früher60—80 000 kg, in letzter Zeit nur 30—40 000 kg.
Betrachten wir zunächst die Ausfuhren, um eine ungefähre Vorstel-lung von dem deutschen Konsum zu erhalten, dann ersehen wir aus denSpeziallisten, daß die altpreußischen Häfen jährlich etwa 20—25 000 kgim Mittel erhalten. Die Rheinprovinz empfängt 7000 kg. Diese Mengenmüssen wir zu dem Inlandsverbrauch hinzurechnen. Daß Oesterrcich aufdem Flußwege oder mit der Eisenbahn erhebliche Quantitäten aus Deutsch-land bezieht, erscheint fraglich, und auch für die Schweiz werden die Be-träge nicht sehr bedeutend sein und sich wahrscheinlich ausgleichen mitjenen Mengen, die Schleswig-Holstein, Oldenburg, Mecklenburg auf demSeewege von Hamburg beziehen, die aber nominell nicht in den Listenangefüurt sind. Unsere Betrachtung führt uns zu dem Ergebnis, daß Ingwerimmer noch ein beliebtes Gewürz sein muß, und daß der deutsche Konsum