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V. Hin den.
Cortex Angosturao wurde 1759 von Mutis in Madrid in den
Arzneisehatz eingeführt, durch die englischen Aerzte William undEwer in Trinidad empfohlen (Garn per) und findet sich 1799 in derTaxe von Hannover. Der medizinische Bedarf ist ganz gering, seit 1872wird sie wohl nur noch in der Likörfabrikation gebraucht. 1908 kamendirekt aus Venezuela 4500 kg im Werte von 4210 M nach Hamburg (inBallen zu 70 kg). 1909 waren nach Schätzung von Julius Groß manndie Zufuhren wesentlich geringer.
Cortex Cascarae Sagradae: Die Ernte beginnt Ende Mai oder An-fang Juni und dauert bis Ende August. Die Sammlung der Rinde wirdimmer schwieriger, weil ein einmal geschälter Baum zugrunde geht, dieKultur die Wälder zurückdrängt und Arbeitskräfte bei 3 $ 30 cts. proTag — so viel wird für leichte Arbeit gezahlt — schwer zu haben sind.Die Rinde wird, die Innenseite dem Lichte zugekehrt, an der Sonne ge-trocknet. Ein großer Baum gibt bis 8 kg. Die Sammler erhalten je nachder Farbe der Rinde für ein Pfund 3—41/, cts. Der Jahresverbrauchwird auf 1,2—1,3 Mill. kg geschätzt. 1904 Ueberproduktion mit fast700 000 kg, 1907 Mißernte mit 185 000 kg. Eine Hamburger Statistikfehlt. Auch die Firma Julius Großmann 3 ) gelangt zu keinem sicherenUrteil, sie schreibt: „Das Geschäft in dem Artikel geht durch sehr vieleHände, zum großen Teil auch über London, so daß man nicht annäherndabschätzen kann, wieviel über Hamburg eingeführt wird."
A. Henkel schätzt den Weltbedarf auf 2 000 000 Pfund, denErtrag eines Strauches auf 10 Pfund, so daß bei einer Jahresernte von1 000 000 Pfund jährlich 100 000 Sträucher zugrunde gehen. Imbotanischen Garten in Bern gedeiht der Strauch im Freien ganz gut,wächst aber sehr langsam.
Cortex Casearillae: Die statistischen Angaben dieser Droge sindvon Hart wich („Apoth.-Ztg." 1906) zusammengefaßt worden.Danach betrug der Export von den Bahama-Inseln insgesamt (in kg):
1850:
46 152
1855
16 508
1870:
622 858
1851:
50 203
1856
16 101
1875:
34 430
1852:
10 660
1857
68 406
1876:
55 524
1853:
24 660
1858
21 711
1898:
14 000
1854:
25 762
Seit 1898 fehlten Zufuhren echter Rinde gänzlich. Seit Anfangdieses Jahrhunderts gelangt die Droge aber in mehr oder weniger reinerBeschaffenheit wieder nach Hamburg. Die jährlichen Zufuhren werdenvon Julius Großmann auf höchstens einige tausend Kilo geschätzt.
3) Ich möchte eicht unteil säen, der Firma Julius Großmanndieser Stelle fiir ihre freundlichen Auskünfte zu danken.
Hamburg auch an