Das Wasser.
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gewiesen, daß die Intensitätsschwankungen viel eher mit der BewegungQes Grundwassers zusammenfallen, indem Epidemieen beim Fallen des-selben am stärksten auftreten, bei Steigen desselben aber nachlassen bezw.erlöschen. Nicht die Einführung reinen Wassers, sondern die fort-schreitende Kanalisation ging in München Hand in Hand mit der Ab-nahme des Typhus.
Ein unreines Wasser kann wie jedes andere verdorbene oder schlechte^ahrungs- und Genußmittel die Verbreitung einer Krankheit befördern;w asser wie andere Nahrungs- und Genußmittel können die Träger vonInfektionsstoffen sein; das Wasser aber stets als alleinige Ur-sache der Verbreitung von ansteckenden Krankheiten, be-sonders Typhus und Cholera, ansehen zu wollen, ist nach den
isherigen Erfahrungen keineswegs gerechtfertigt. Auch*• Koch 1 scheint sich seit 1892 dieser Ansicht mehr zuzuneigen.
Die Frage, ob die Fäulnisbakterien für Menschen und Tiereschädlich sind, ist gleichfalls nicht entschieden. Während von einigen^orschern (Billroth, Bergmann, Nägeli, Emmerich u. a. 2 ) dieSchädlichkeit derselben bestritten wird, ist von Fodor 3 der Ansicht,daß ge w i sge Bestandteile des Wassers den Körper für die Entfaltung der"irkung von aufgenommenen Infektionsstoffen empfänglich machenkönnen, sei es dadurch, daß sie seine Widerstandsfähigkeit gegen die-selben schwächen, oder daß sie ihn zu einem der Entwicklung und Ver-mehrung parasitärer Krankheitskeime günstigen Nährboden vorbereiten.In neuerer Zeit ist die Frage der schädlichen Wirkung der Fäulnis-
a kterien auf den menschlichen und tierischen Organismus durch einumgehenderes Studium der Produkte der Lebenstätigkeit von Fäulnis-
akterien wesentlich geklärt, indem Brieger und andere Forscher nach-gewiesen haben, daß bei der Fäulnis unter Umständen giftige Alkaloidegebildet werden. Außerdem treten bei Mangel an Sauerstoff anaerobe^Paltpilze auf, welche einerseits auffallend große Mengen von Ptomainen
"den (Henryjean 4 ), andererseits den nötigen Sauerstoff' den chemischen
erbindungen (Salpetersäure, Schwefelsäure etc.) entnehmen und Reduktions-Ijfodukte (salpetrige Säure, Schwefelwasserstoff etc.) bilden, welche für
p n tierischen Organismus giftige Eigenschaften besitzen.
Das bezüglich der Beteiligung des Trink- und Nutzwassers an In-
6ktl °nskrankheiten Gesagte kann man etwa wie folgt zusammenfassen: 5Infektionsstoffe (tierische Parasiten, pathogene Organismen) können
m . di e Abwässer des'menschlichen Haushaltes, in den Boden und in das
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^ ri nkwasser gelangen und sich dort unter günstigen Umständen eineJß itlang entwicklungsfähig erhalten. Die Epidemiologie hat zwar für16 Verbreitung von Infektionskrankheiten durch das Wasser Beweise
__ 3 1 Ztschr. f. Hytf. 1893. 14, 394. — z Wolffhügel, Wasserversorgung 96.- 5 i v - Fodor, Boden und Wasser 1882. — * Ztschr. f. Hyg. 1886. 1,,115.Ver gl. J. König, Die Verunreinigung der Gewässer. Berlin 1899, 80.