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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Das Wasser.

In direktem Sonnenlichte sterben die Cholerabazillen schon innerhalbeiniger Stunden ab (H. Buchner 1 ). Die Gründe für das verschiedeneVerhalten des Kommabazillus sind noch nicht genügend geklärt; ohneZweifel spielt außer der Beschaffenheit des Wassers (Temperatur, Gehaltan gewissen Salzen etc.) die den einzelnen Keimen innewohnende Lebens-energie in dieser Beziehung eine Rolle.

Siehe noch F. Löffler in Th. Weyls, Handbuch der Hygiene I, 6M'ferner J. König, Die Verunreinigung der Gewässer. Berlin 1899. I, 58.

Über das Verhalten pathogener Bakterien bei Gegenwartvon Fäulnisbakterien liegen verschiedene Untersuchungen vor; nacudiesen ist anzunehmen, daß die pathogenen Keime einige Zeit nebenFäulnisbakterien bestehen können, daß aber im allgemeinen die vei'schiedenen Bakterien ungleiche Ansprüche an ihr Nährmaterial stelletund daß diejenigen Bakterien siegreich aus dem Kampfe ums Daseinhervorgehen, welche in dem betreffenden Medium das geeignetere Nun 1 'material vorfinden.

Die Frage der Beteiligung des Trinkwassers an den Infektions-krankheiten, die sog. Trinkwassertheorie, bildet noch immer d e "Gegenstand heftigen Streites, der auch durch die letzte Choleraepidem 1in Hamburg i. J. 1892 keineswegs beendet ist. An der Spitze o eStreites stehen in Deutschland zwei wohlbekannte Männer, R o b e rKoch, der eine Verbreitung von Infektionskrankheiten durch das Wassannimmt, und Max von Pettenkofer 2 , welcher auf Grund statistischeErhebungen eine direkte Beteiligung des Wassers bei den Infektion^krankheiten in Abrede stellt. Pettenkofer sagt: Durch den Gebr» ureines Wassers, das pathogene Keime enthält, können diese auf e megünstigen Nährboden im oder am Hause gelangen, sich dort vermehre >an Virulenz zunehmen und dann auf den Menschen übergehen. ^ eKrankheitskeim (x) erlangt erst unter der Einwirkung der zeitlicheund örtlichen Disposition des Bodens (y) die Qualität eines eig enliehen Krankheitserregers (z). Die örtliche Disposition hängt von dBeschaffenheit des Bodens ab und ist in einem porösen, für Luft uWasser durchgängigen, mit organischen Stoffen getränkten Bodensuchen; die zeitliche Disposition hängt mit zeitweisen Schwankungder Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse des Bodens zusarnrn 6v. Pettenkofer verweist auf die ganze Geschichte der Choleraepiderni ee 'welche zeigt, daß ohne die Anwesenheit der örtlichen und zeitlichDisposition des Bodens trotz zahlreicher Einschleppungen doch k e ^Epidemie entstanden sei; es gibt Orte, welche nie eine Epidemiekommen, weil ihnen die zur Reifung des Keimes notwendige Beschauheit fehlt. .

M. v. Pettenkofer, auch Soyka und Virchow 3 haben » iV ' v

' Ctrlbl. f. Bakt. 1891. I, 11, 781; Areh. f. Hyg. 1893. 17, 179. °T e0im 9. Februar 1901. 3 W. Prausnitz, Grundzüge der Hygiene. Mtt°1892, 143 u. 168.

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