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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Das Wasser.

Stoffen, zum direkten Urheber von ansteckenden Krankheiten machenkönnen.

Daß Eier und Embryonen von Eingeweidewürmern durch verun-reinigtes Wasser auf Menschen übertragen werden, unterliegt keinemZweifel.

Nach Knoch 1 entwickeln die Eier des großen Bandwurms (Botrio-cephalus latus) ihre Embryonen im Wasser; diese können somit durchden Genuß des Wassers in den Darm des Menschen geraten. NachGriesinger 2 wird das in Ägypten heimische Distomum haematobiumdurch das Nilwasser übertragen. Mosler 3 hat Eier von Ascarislumbricoides im Wasser nachgewiesen.

Nachdem ferner feststeht, daß in den Entleerungen von KrankenInfektionsstoffe sich vorfinden (der Tuberkelbazillus im SputumTuberkulöser, der Erreger der Cholera in den Dejektionen Cholera-kranker, Typhoidbazillen in den Entleerungen Typhuskranker), so istes wohl ebenso zweifellos, daß diese Stoffe auch gelegentlich in die Ab'wässer des menschlichen Haushaltes, in den Boden und aus diesem lDdas Trinkwasser gelangen können.

Von Milzbrand und Rotz wird allgemein angenommen, daß siedurch Wasser verbreitet werden. Den Cholerabazillus (Komma -bazillus) entdeckte R. Koch 4 in dem Wasser eines Weihers in Kalkutta,C. Fr änkel wies denselben im Hafenwasser von Duisburg am Rhein nacü-

Den Erreger des Typhus wollen Moers 5 (in einem verunreinigte 11Brunnenwasser bei Mülheim a./Rh.), Michael 6 (in einem Trinkw» ssein Dresden), J. Uffelmann, von Fodor, Pinkelnburg u. a. 7 nacn-gewiesen haben. Diesen sowie anderen positiven Angaben entgegenkonnten G. Gaffky, C. Cramer, F. Hueppe, Löffler, Bruardelund Chantemesse u. a. Typhusbakterien auch in hochverdächtige 11Wässern nicht nachweisen, und Emmerich 8 und C. Cramer 9 erklären-daß der sichere Nachweis der Typhusbazillen im Wasser zur Zeit über-haupt nicht möglich ist, da die Wachstumseigentümlichkeiten der deTyphusbazillen nahestehenden saprophytischen Bakterien nicht genüge 11erforscht sind und der Tierversuch nicht herangezogen werden kann-Auch die Möglichkeit des sicheren Nachweises des Choleraerregers vVirin neuester Zeit vielfach bezweifelt. Sicherlich sind bei der außeordentlichen Schwierigkeit und Unsicherheit dos Nachweises der Mikrobedes Typhus und der Cholera im Wasser in Leichen und Dejek* 6

1 Virchows Archiv 24, 453. 2 Arcli. f. physiol. Heilkunde 1854, 6lU1866, 381. 3 Virchows Archiv 18, 248. 4 Ber. über die Tätigkeit azur Erforschung der Cholera i. J. 1883 entsandten Kommission. Berlin . .'182. 5 Ctrlbl. f. allgem. Gesundheitspflege II, Ergz.-Heft 144. 6 Fort !f" '.d. Medizin 1886. 4, 353. ^ Vergl. W. Lösener, Arb. aus d. Kaiserl. O«*Amte 1895. 11, 297; ferner A. Pfeiffer, Typhusepidemien u. Trinkwasser. J*1898. 8 Emmerich u. Trillich, Anleitung zu hygien. Untersuchungen 1° '166. 9 Gutachten Ober das LeitungawMM* in Zürich 1885; Ztschr. a"i?Chem. 1889, 503.