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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Das Wasser.

Wässer an freier Kohlensäure ist daher gewöhnlich nur ein geringe*-Auch auf Gips und Steinsalz wirkt das Wasser lösend und fortführend.Allgemein ist die Wirkung des Wassers die, daß es entweder direktGesteinselemente auflöst (Kochsalz, Kalk), unlösliche in lösliche überführt(Schwefelkies in Eisenvitriol, Anhydrid in Gips) oder endlich unlöslich 6Verbindungen (Feldspate) so weit zersetzt, daß es wenigstens einen 'l el1derselben lösen und fortführen kann. Es ist daher die Zusammensetzungdes Bodens von größtem Einfluß auf die Zusammensetzung des Quell-und Brunnenwassers. Die ältesten Formationen, das Urgebirge (Granit,Gneis, Silur), liefern die reinsten, die jüngeren Formationen (der Dolomit]das unreinste Wasser.

Verunreinigung: des Trinkwassers.

Die Brunnenwässer in Städten und in der Nähe menschlicher An -siedelungen haben außerordentlich mannigfache Gelegenheit, Verunreini'gungen aufzunehmen. Vor allem sind es

a) die Abfallstoffe des menschlichen Haushaltes, Abgang 8aus Aborten und Küchen (Spülicht mit Resten von Nahrungsmittel 11 !Wasch- und Badewasser), Kadaverinhalt und Blutbestandteile °- eSchlächtereien etc., welche eine Verunreinigung des Wassers verursachekönnen.

Nach Wolff und C. G. Lehmann liefern 1000 Personen (37.60°/oMänner, 34.63% Frauen, 14.06% Knaben, 13.70% Mädchen) P r °Jahr ca. 33 Tonnen (ä 1000 kg) Fäces und ca. 430 Tonnen Urin. $*?Pettenkofer gelangten aber in München 0.9 Teile, nach Reich

Berlin vor der Kanalisation 0.7 Teile sämtlicher Exkremente m

den

Untergrund. Wenn nun diese ungeheuren Mengen in den Boden dring 'zumal in einen nicht bepflanzten, und einer lebhaften Oxydation <*Mangel an Luftzutritt (Höfe der Städte) nicht fähigen, so wird der Boabald mit organischen Stoffen und deren Zersetzungsprodukten übersättig >die Absorptionsfähigkeit des Bodens wird erschöpft und der Oxydatiooder Verwesungsprozeß, welcher eine Mineralisierung der organiscStoffe bedingt, geht in den Fäulnisprozeß über, bei welchem ganz ande ^noch wenig bekannte Umsetzungen vor sich gehen. Während beiOxydation die organischen Stoffe und das Ammoniak mehr und i°verschwinden und an ihrer Stelle salpetrige Säure und Salpeters*

auftreten, findet sich bei der Fäulnis noch reichlich unzersetzte orga

Säm' e

Substanz und Ammoniak, Salpetersäure dagegen und salpetrigegar nicht oder nur in geringen Mengen.

Gleichzeitig finden sich große Mengen von Umsetzungsprouuorganischer Stoffe vor.

Aus den Eiweißstoff'en entstehen Peptone, Säuren der Fet*Amidoderivate derselben, Ammoniak, Schwefelwasserstoff; auch orgaBasen, die zum Teil giftige Eigenschaften besitzen, sind unter