578
Das Wasser.
im Kotin der Perspiration
Das Wasser bildet einen wesentlichen Bestandteil des menschlichenKörpers; es ist nicht nur in den Säften, sondern auch in den Organendes Körpers enthalten und beträgt im Mittel 63°/ 0 des Gesamtgewichtes.Der tägliche Wasserverlust des Körpers beträgt nach von Pettenkoferund Voit 1 :
bei Ruhe bei Arbeit
im Harn 1212 1155
110 77
931 1727
2253 g 2259 g
ein nicht geringes Quantum, welches Tag für Tag ersetzt werden muß-Dieser Ersatz geschieht einesteils durch Aufnahme von wasserhaltige 0Nahrungsmitteln und Getränken, andererseits durch direkte Aufnahmevon Wasser als solchem. Wenn im allgemeinen dem Wasser als Nahrung^'stoff nicht so viel Gewicht beigelegt wird, als den übrigen Nährstoffen)so findet das hauptsächlich darin seine Erklärung, daß dasselbe fast überallin genügender Menge zur Verfügung steht und nicht um Geld erworbenzu werden braucht, wie Fleisch, Fett etc.; infolgedessen wird auch durch"weg an die Qualität desselben nicht die Anforderung gestellt wie aDdie übrigen Nährstoffe. Die vielfachen Untersuchungen von Brunnen-wässern, welche in den letzten Jahren ausgeführt wurden, haben indesunzweifelhaft dargelegt, daß der größte Teil der Brunnen in den Städtenund den größeren Orten des Landes in hohem Grade verunreinigt, niiFäulnisstoffen aller Art infiziert ist. Auch die Tatsache ist nicht zUleugnen, daß das Wasser gelegentlich Infektionsstoffe enthalten kann*und daß diese Stoffe, sei es durch direkten Genuß des derartig ver 'unreinigten Wassers, oder durch Benutzung desselben zum Waschen*Spülen etc., auf den Menschen übertragbar sind.
Mit vollem Rechte wird daher die Beschaffung eines reinen Trink'und Nutzwassers als eine der wichtigsten Aufgaben der GesundheitS'pflege angesehen.
Je nach der Herkunft des Wassers ist die Beschaffenheit desselbeneine verschiedene; chemisch reines Wasser ist in der Natur nie"vorhanden.
1. Das Meteorwasser. Das durch Verdunstung von der OberfHic«unseres Planeten in Dampfform übergegangene, fast chemisch r einWasser hat bei seiner Rückkehr auf die Erde als Regen, Reif, 1 a 'Schnee, Hagel bereits beträchtliche Mengen von Verunreinigungen Wienaufgenommen. Zunächst enthält das Meteorwasser die natürlichen pstandteile der Atmosphäre, die Gase: Sauerstoff, Stickstoff und KohlensäuT ^
E. Reichardt 2 fand in 1 Liter Regenwasser im Januar beigesammelt 32.4 com, im Juni bei 15° gesammelt 24.9 com Gase vfolgender Zusammensetzung:
« Ztsc.hr. f. Biologie 1886. 2, 490. — 2 Arch. Pharm. 1869. 206, 19 3 -