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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Honig.

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2. Wassergehalt. Trocknen von ca. 5 g Honig unter Zusatz vonausgeglühtem Seesand oder Gips, am besten im Vakuum bei 100° C.

Oder man ermittelt den Trockensubstanzgehalt, indem man dasspezifische Gewicht einer lOproz. unfiltrierten Honiglösung bei 15° C.bestimmt und hieraus den Gehalt an Trockensubstanz nach der Halenke-Möslingerschen Tabelle, oder besser nach der von K. Windisch be-rechneten Extrakt- uud Zuckertabelle (Tab. VII am Schlüsse d. Buches)feststellt.

Siehe auch beiBeurteilung" unter 1.

3. Asche. Trocknen von 1020 g Honig, langsames Verkohlenund Verbrennen unter Benutzung des Auslaugeverfahrens.

In der Lösung der Asche kann die Phosphorsäure nach der

Molybdänmethode bestimmt werden. Siehe S. 86.

Uie Prüfung auf größere Mengen Schwefelsäure, welche auf Stärkezuckerdeuten sollten, ist wertlos. Vergl. A. Hilger, Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- nndGenußm. 1901. 4, 1142.

4. Optisches Verhalten. 10 g Honig werden in kaltem destilliertemWasser gelöst, mit Tonerdebrei (frisch gefällt, nicht zu dickflüssig) 1 ge-klärt, auf 100 ccm aufgefüllt, durch ein trocknes Filter filtriert undnach 24 Stunden (Birotation!) im 200 mm-Bohre polarisiert.

R. Frühling (Ztschr. öffentl. Chem. 1898. 4, 410) versetzt die kalt be-reitete Honiglösung mit 12 Tropfen Ammoniak und dann mit Tonerdebrei (nichtBleiessig), füllt auf 100 ccin auf, filtriert etc. Der Zusatz von Ammoniak hebtdie Birotation sofort auf.

Zum Zwecke der Inversion erwärmt man 50 ccm des polarisiertenPiltrates mit 3 ccm HCl (spez. Gew. = 1.19) auf 6770° C, hält5 Minuten bei dieser Temperatur, kühlt dann sofort ab, neutralisiertmit festem kohlensaurem Natron, füllt auf 100 ccm mit Wasser aufUnd polarisiert im 200 mm-Rohre (Verdoppelung des Resultates!).

Hie von erheblichen Mengen Hextrinen herrührende Rechtsdrehungverschwindet nicht nach der Inversion.

Kleine Mengen von Rohrzucker vermindern die Linksdrehung,größere bewirken Rechtsdrehnng. Die Inversion bewirkt in diesem FalleZunahme der Linksdrehung oder Umwandlung der Rechtsdrehung inLinksdrehung.

Reine Honige sind im allgemeinen mehr oder weniger stark links-drehend; allein es gibt auch echte rechtsdrehende (Koniferen-, Honigtau-)Honige.

Siehe: C. Amthor, Rep. anal. Chem. 1884.4, 361; 1885. 6, 163 -Klinger, das. 1885. 5, 166. - C. Amthor, Ber. üb. d. 6. Vers. bayr. Chem.'387, 61. -R. Bensemann, Ztschr. f. angew. Chem. 1888, 117. - TS. O. von'Ppmann, das. 1888, 633. C. Amthor u. J. Stern, das. 1889, 5<D. -

1887Li

1 Tonerdebrei: Kine nicht zu konzentrierte Lösung von schwefelsaurerTonerde oder Alaun wird mit Ammoniak im Überschuß versetzt. Man laßt denNiederschlag absitzen und wäscht denselben durch Dekantation so lange aus, bisa Ue Salze und das Ammoniak verschwunden sind und rotes Lackmuspapier nichtmehr gebläut, wird (Scheibler).

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