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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Animalische Nahrungsmittel.

Mengen auftretende Molkenprotein in Lösung bleibt. Vgl. J. J. Ottde Vries und F. W. J. Boekhout, Beitrag zur Kenntnis der Lab-gerinnung. Landw. Versuchsst. 1901, 55, 221.

Zur Gewinnung des Molkenproteins erhitzt man das Filtrat vonder Labfällung zum Sieden, filtriert, engt stark ein und fällt mit 96 proz.Alkohol. Man reinigt es durch Lösen in Wasser und nochmalige Fällungmit Alkohol (H. Köster 1 ).

Neben dem Kasein sind in der Milch noch zwei aridere Eiweißstoffein geringerer Menge vorhanden, welche nach der Ausfällung des Kaseinsneben dem Molkenprotein in den Molken gelöst zurückbleiben, das Lakto-globulin und das Laktalbumin; diese Körper hat J. Sebelien 2eingehend studiert.

Hat man das Kasein aus der Milch durch Kochsalz vollkommenausgesalzen und sättigt man sodann das neutrale Filtrat mit Magnesia-sulfat, so erhält man eine neue Eiweißfällung, die sich nach dem Reinigenals ein Globulin, Laktoglobulin erweist und die Eigenschaften desSerumglobulins teilt. 3

Werden die Eiweißstoffe aus der Milch mit Ammonsulfat ausgesalzen,wieder in Wasser gelöst und nun aus dieser Lösung das Kasein mitKochsalz, dann das Globulin durch Magnesiasulfat abgeschieden, so kannman aus dem nun kasein- und globulinfreien, salzgesättigten Filtrat durchvorsichtigen Zusatz von Essigsäure nochmals einen Eiweißkörper fällen,das Laktalbumin; dasselbe ist nach seiner Zusammensetzung demSerumalbumin nahe verwandt und hat nachstehende Zusammensetzung:52.19% C, 7.18% H, 15.77% N, 23.13% 0, 1.73% S.Spezifische Drehung u (D) =37°.

Hammarstens Kasein zeigt folgende Zusammensetzung:53.0% 0, 7.0% H, 15.7% N, 22.65% 0, 0.8% S, 0.85% P.Spezifische Drehung u (D) = 80".

Das Vorhandensein anderer Eiweißkörper, insbesondere von Peptonund Albumosen, in der Milch ist mit Sicherheit nicht nachgewiesen.0. Hammarsten hält es für wahrscheinlich, daß die von einigen Che-mikern beschriebenen Körper (das Laktoprotein vonMillon und Comaille,die Albuminose von M. Bouchardat und A. Quevenne u. s. w.) nurLaboratoriumsprodukte, Zersetzungs- oder Umwandlungsprodukte derwirklichen Eiweißstoffe sind. E. Duclaux 4 dagegen möchte annehmen,daß in der Milch nur ein Eiweißstoff, das Kasein, vorhanden ist, und daßdieses in verschiedenen Formen (fest, kolloidal, flüssig) auftreten könne.

1 Maly.s Jahresb. d. Tierchemie 1881. 11, 15. 2 Ztschr. f, physiol. Chem.1885. 9, 445 und Journ. of Physiol. 1891. 12, 95; vergl. auch O. Bammarsten,das. 1883. 7, 249; ferner R. Hewlett, Journ. of Physiol. 1892. 13, 798;M. Arthus, Arch. de Physiol. 1893, 673. 3 Da Globulin auch durch Kochsalz,und zwar unvollkommen, gefällt wird, befindet sich auch ein Teil desselben inder Kaseinfällung. 4 Sur le lait., Paris 1887.