Milch.
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und eine Umwandlung in die Milchbestandteile (Kasein, Fett und Milch-zucker) erfahren.
Für die letztere Ansicht, die Umwandlungstheorie, sprechen ver-schiedene Gründe. Erstens ist die Milchsekretion, die Menge derselbenund das Mischungsverhältnis ihrer Bestandteile, nicht direkt von derNahrung des Tieres abhängig, indem eine veränderte Fütterung nur eineverhältnismäßig geringe Veränderung der Milch zur Folge hat (G. Kühn);zweitens finden sich in der sog. Kolostrummilch in Zerfall begriffeneDrüsenzellen vor; drittens sind in der Asche des Blutserums die Natron-salze vorherrschend, in der Asche von Geweben herrschen die Kalisalzevor; wäre die Milch ein Exsudat aus dem Blute, die Milchsekretion dieFolge einer Diffusion des Blutserums, so würden wohl auch in derMilch die Natronsalze, nicht aber, wie es in der Tat der Fall ist, dieKalisalze vorherrschen; schließlich enthält das Kasein der Milch einenKörper, der nur den Zellkernen eigen ist, nicht dem Blutserum, dasNuklein.
A. Eauber 1 ist der Ansicht, daß die weißen Blutkörperchen, dieLymphkörper, das Material seien, aus dem die Milch entstände. Fett,Kasein und Milchzucker entstehen nach R.'s Anschauung nicht aus einerUmwandlung der Bläschenepithelienzellen, sondern die weißen Blutkörperdiffundieren durch die Wandungen der Blutgefäße und von da in dasInnere der Bläschenzellen, wo sich aus ihnen die genannten Milchbestand-teile bilden. Nach Haidenhain 2 schwellen während der Dauer derMilchsekrotion die Epithelzellen an und sind an dem dem Innern derDrüsenbläschen zugekehrten Ende mit Fetttröpfchen erfüllt; nur dieseEnden werden abgestoßen und lösen sich in der Milch auf, die Fett-wopfen. werden frei und es erfolgt Neubildung der betreffenden Zell-enden, worauf dann wieder ein erneuter Zerfall eintritt.
B. Martiny 3 nimmt an, daß nur ein kleiner Teil der Milch durchZerfall der Milchdrüsenzellen gebildet werde, der weitaus größere Teildagegen durch Absonderung aus dem durch die arteria pudenda zuge-fuhrten Blute, nach deren Abklemmung nach A. Röhrig* die Milch-absonderung aufhört.
Nach Paul Bert 6 wird der Milchzucker wahrscheinlich in derLeber gebildet und in den Milchdrüsen nur aufgestapelt.
Siehe noch S.Michaelis, Vorgänge bei d. Milchsekretion, Ztschr. f. Fleisch-«• -Müdihyg. 1898. 8, 146; Milchztg. 1898. 27, 521.
Eigenschaften der Milch. Die Milch der verschiedenen Tierestellt in frischem Zustande eine mehr oder weniger undurchsichtige,gelbliche oder bläuliche Flüssigkeit dar von eigentümlichen Geruch undmüdem süsslichem Geschmack.
A. Räuber, Über d. Ursprung der Milch, Leipzig, 1879. - 2 Hermann,
niibuch d. Physiologie, 5. Bd. LT. 381. — 3 Milchzeitung 1885, 14, 817. -Virchows Arch. f. pathol. Anat. 187(5, 67, 119. — 5 Chem. Ztg. 1884, 8, G02.