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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Ernährung.

Manche vegetabilische Nahrungsmittel (Cerealien, Leguminosen) müssenzunächst von ihren für die Verdauungssäfte unzugänglichen Hüllen be-freit und der Inhalt sodann in eine von den Säften angreifbare Formgebracht werden; durch den Einfluß des Wassers und höherer Tempe-ratur müssen die Zellwände gesprengt und das an sich schwer verdau-liche Stärkemehl zur Quellung gebracht werden.

Die meisten animalischen Nahrungsmittel werden zwar im gesundenDarm in rohem Zustande ebenso gut verdaut wie nach vorhergegangenerZubereitung etwa durch Kochen oder Braten; allein bei schwächlichenund kränklichen Personen ist auch bei der animalischen Kost eine vor-herige Zubereitung, sei es durch Zerkleinern, durch Kochen, Braten etc.von größter Bedeutung.

4. Es müssen außer den Nahrungsmitteln noch Genuß-mittel gegeben werden. Auch dieser Punkt ist bereits angedeutet.Eine Kost, welche nur die für den Bestand des Körpers nötigen Nahrungs-stoffe enthält, ist keine Nahrung, sondern ein geschmackloses Gericht,das uns widersteht, Erbrechen und Diarrhöen hervorruft; erst die Genuß-mittel, die Würzen, riechende und schmeckende Stoffe, wecken die Lustzum Essen und üben durch ihre Einwirkung auf die Nerven einen wohl-tuenden Einfluß auf die Verdauungsvorgänge aus.

Die Kochkunst hat die wichtige Aufgabe, die Nahrungsstoffe so zumischen, daß der Organismus sich dadurch auf die beste Weise stofflicherhält, die Materialien für die Verdauung vorzubereiten und die mannig-faltigen Genußmittel in richtiger Art und Folge zuzufügen, damit dieSpeisen mit Lust verzehrt und einen guten Ablauf der Vorgänge imDarm bewirken.