Die Nahrungsmittel.
Literatur: J. König, Chem. d. menschl. Nähr.- u. Genußmittel, Berlin 1893.Ausführlichstes Werk, vollständigste Sammlung bisheriger Analysenresultate. —A. Hilger: Vereinbarungen, betr. Untersuchung u. Beurteilung von Nahrungs-u. Genußmitteln, sowie Gebrauchsgegenständen. Herausgegeben im Auftrageder freien Vereinigung bayrischer Vertreter der angewandten Chemie, Berlin1885. — Berichte über die Versammlungen der freien Vereinigung bayrischerVertreter der angewandten Chemie. — Vierteljahrsschrift über d. Fortschritteauf d. Gebiete d. Chemie der Nahrungs- u. Genußmittel, Berlin 1886—1897.— Forschungsberichte über Lebensmittel etc. 1894—1898. — Ztschr. f.Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel, von v. Buchka, A. Hilger u.J. König, seit 1898. — Vereinbarungen z. einheitlichen Untersuchung u.Beurteilung von Nahrungs- u. Genußmitteln, sowie Gebrauchsgegenständenfür das Deutsche Keich. — Codex alimentarius austriacus. — SchweizerischesLebensmittelbuch. — A. Bujard u. E. Baier: Hilfsbuch f. Nahrungsmittel-chemiker, Berlin 1900. — F. Eisner: Die Praxis des Chemikers bei d.Unters, v. Nahrungsmitteln etc., Hamburg u. Leipzig 1899. — K. B. Leh-mann: Die Methoden der praktischen Hygiene, Wiesbaden 1901. —Eupp:Untersuchung der Nahrungsmittel, Heidelberg 1900. — E. Wein: Agrikultur-chemische Analyse, Stuttgart 1889.
Die Nahrungsmittel der Menschen werden gemeiniglich nach ihrerHerkunft in zwei große Gruppen eingeteilt, in animalische und vege-tabilische.
Obgleich beide Abteilungen im allgemeinen dieselben Nahrungs-stoffe enthalten, so weichen sie doch 'in ihrem Verhalten im Darm sehrauseinander.
Die animalischen Nahrungsmittel enthalten viel Eiweiß und Fett,wenig Kohlehydrate; die vegetabilischen vorwiegend Kohlehydrate nebengeringen Mengen von Eiweiß und Fett. Die animalischen Nahrungs-mittel sind fast vollständig ausnutzbar, bei den vegetabilischen dagegenist die Ausnutzung des Eiweißes manchmal ' eine recht mangelhafte, dieAusnutzung der N-freien Stoffe dagegen durchweg eine günstigere.
Die vegetabilischen Nahrungsmittel erfordern eine viel größereVerdauungstätigkeit; es hat dies seinen Grund hauptsächlich darin, daß
1 Das Eiweiß der Leguminosen geht fast völlig in das Blut über, bei Genußvon Gemüsen, Kartoffeln etc. dagegen können bis zu 25°/ 0 des genossenenEiweißes den Körper wieder unbenutzt verlassen.