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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Ernährung«

bedeutend zunahm. Sie fanden bei einem 70 kg schweren Manne inder Ruhe, wie bei 810stündiger Arbeit, bei Hunger wie bei ge-mischter Kost den täglichen Eiweiß- und Fettverbrauch wie folgt:

, ( Ruhe

L.Hunger j Arbeit

2. Gemischte J RuheKost I Arbeit

Verbrauch

an

Eiweißl Fett

78

75

137

137

215

380

65

173

Kohle-hydratezersetzt

352352

Kohlens.

aus-geschied.

7161187

9121209

Sauerstoff

auf-genomm.

761

1072

831

980

Wasser

ausge

hauch!

1777

828

1412

In beiden Fällen ist der Fettverbrauch sowohl, wie die Wasser-ausscheidung bei der Arbeit eine beträchtlich größere als in der Buhe.

Wenn daher der arbeitende Organismus auf seinem Bestände er-halten werden soll, so ist es nötig, ihm mehr Fett oder diesem gleich-wertige Kohlehydrate zuzuführen, als dies bei einem ruhenden Organismusnotwendig ist. Geschieht dies nicht, dann muß der Mehrverbrauch anFett bei der Arbeit durch das Körperfett gedeckt werden. Der Körperwird fettärmer; mit der Fettverarmung steigt aber der Eiweißverbrauch,sodaß nun auch die N-Ausscheidung gesteigert erscheint.

So erklären sich auch die Versuche von F. W. Pavy 1 und Flint 2an dem englischen Schnellläufer Weston, bei welchem die beidenForscher nach tagelang fortgesetztem Laufen ein Ansteigen der Harn-stoff-(iS T -)Ausscheidung beobachteten.

Auch die von O. Kellner und E. Wolff 3 ausgeführten Versuche,bei welchen gleichmäßig gefütterte Pferde in den letzten Arbeitsperiodenmehr Stickstoff ausschieden als im Anfange der Arbeit, sind vonJ. Forster 4 in obigem Sinne (indirekter Einfluß der Arbeit auf denEiweißverbrauch) gedeutet worden.

Die Muskelarbeit erfolgt also vorherrschend und zunächst auf KostenN-freier Substanzen; wenn diese nicht mehr zur Verfügung stehen, oderdie Anstrengung bis zu eintretender Atemnot gesteigert wird, erst dannwird Eiweiß angegriffen.

Neuerdings glaubten wieder P. Argutinsky 6 und E. Pflüger 6durch Versuche nachgewiesen zu haben, daß gerade umgekehrt die Eiweiß-stoffe in erster Linie die Quelle der Muskelkraft bilden.

J. Munk 7 und J. Hirschfeld s zeigten jedoch, daß die VersucheArgutinskys nicht mit den nötigen Kautelen gemacht wurden, indemdie aufgenommene Nahrung im Verhältnis zur geleisteten Arbeit eine

1 Lancet 1876 u. 1877. 2 Journ. of Anat. and Physiol. 1877, 91.3 Preuß. landw. Jahrb. 1880, 701. 4 Deutsche Ztschr. .f. Tiermedizin 1878.3, 302. 5 Pflügers Archiv 1889. 46, 552. 6 pfl U g 6 rs Archiv 1891. 50,98. 7 J. Munk, Über Muskelarbeit und Eiweißzerfall; Verh. d. physiol. Ges.zu Berlin 1890 Nr. 12. 8 Virchows Archiv 1890. 111, 601.