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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
Entstehung
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49
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Der Stoffwecli.se! des Gesamtorganismus unter verschiedenen Verhältnissen.

Der Hungernde verliert also gleichmäßig an Körpermasse, jedochin den ersten Tagen mehr, wie in den späteren; der Verlust bestehtder Hauptsache nach (etwa a / s ) in Wasser, nur ein Drittel trifft aufFett und Eiweiß, und zwar wird 34 mal mehr Fett zerstört wie Eiweiß.Nimmt der Hungernde Wasser zu sich, so ist der Verlust selbstredendnur auf Fett und Eiweiß beschränkt. Hunger ohne Wasseraufnahmewird schwerer vertragen als mit Wassergenuß. Bei fetten Personen istder Eiweißverbrauch ein geringerer als bei mageren; Kinder, welcheeinen regeren Stoffwechsel haben, erliegen eher dem Hungertode als Er-wachsene. Der Umstand, daß die N-Ausscheidung in den ersten Hunger-tagen eine stärkere ist, als in den folgenden Tagen, daß sie sogar auf einMinimum herabsinkt, hat v. Pettenkofer und v. Voit zu der Annahmegeführt, daß der Körper neben dem fester gebundenenOrganeiweiß"noch je nach dem Eiweißgehalte der vorausgegangenen Nahrung mehroder wenigerzirkulierendes" Eiweiß enthalte; ist letzteres verbraucht,da im erst wird das fester gebundene Organeiweiß angegriffen, dasschwerer zersetzt wird, infolgedessen die Größe der N-Ausscheidungabnimmt.

Vergl. W. Prausnitz, luV Eiweißzersetzung beim Menschen wählend derersten Hungertage. Ztschr. f. Biologie 1893. N. F. 11, 161. Über den Begriff:

..zirkulierendes Eiweiß" siehe: Ed. Pflüger: Pt'lügers Arch. 1898. 54, 333;O. Hain mar st (Mi, Lehrb. d. pliys. Chem. 1899, 586.

2. Alleinige Zufuhr von Eiweiß.

Eine gesteigerte Zufuhr von Eiweiß hat eine Steigerungder N-Ausscheidung, also auch eine gesteigerte Eiweißzer-setzung zur Folge.

Voit 1 fand bei Versuchen an einem Hunde:

Verzehrt. Fleisch

Harnstoffmenge

Verzehrt. Fleisch

1 [arnstoffmenge

pr. Tag 'u Gramm

im Tag in Gramm

, pr. Tag in Gramm

im Tag in Gramm

300

32

L500

um;

500

40

1800

L28

600

49

1900

LS9

800

56 2000

144

900

68 2200

154

1000

77 2500

173

1200

88

2660

181

War die 3fache Menge Eiweiß gegeben, so betrug die Harnstoff-menge das Doppelte, war die 6fache Menge Eiweiß zugeführt, so stiegdie Harnstoffabgabe auf das Vierfache.

Mit der vermehrten Eiweißzufuhr und hierdurch bedingten Steige-rung der Eiweißzersetzung wird der Verlust des Körpers an Eiweiß,wie er beim Hunger stattfindet, immer geringer. Bei weiterer Steige-

1 Ztschr. f. Biologie 1867. 3, 5; v. Voit, Physiol. .1. allg. Stoffwechsels, 105.Köttger, Naliiuimsniittelcheniie. 2. Aufl.