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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Ernährung.

rung der Eiweißzufuhr gelangt man schließlich zu dem Punkte, wo dieeingeführte Menge gerade genügt, den Verlust aufzuheben. Bei Dar-reichung dieser Eiweißmenge befindet sich der Körper im Stickstoff-gleichgewicht. Wird nun noch mehr Eiweiß zugeführt, so wird einTeil des überschüssigen Eiweiß im Körper angesetzt. Um bei ausschließ-licher Zufuhr von Eiweiß den Eiweißverlust zu decken, bedarf der Körpernach Voits Untersuchungen mindestens 2 x / 2 mal so viel Eiweiß, als erim Hungerzustande zerstört hatte.

Die Größe der Eiweißzufuhr bestimmt aber nicht aus-schließlich den Eiweißumsatz; auch der Körperzustand ist vonEinfluß auf die Eiweißzersetzung. Ist der Körper infolge vorhergehenderstarker Eiweißzufuhr reich an Eiw< geworden, so muß ihm zur Deckungdes Eiweißverlustes mehr Eiweiß zugeführt werden, als wenn er durchvorhergegangene spärliche Fleischzufuhr eiweißarm geworden war. EinVersuch von Voit zeigt dies:

Fleischzufuhr

1500150015001500

Fleisch

verbraucht 1 am Körper

1599146712671186

- 99+ 33+ 233+ 314

voraufgegangen

2000 g Fleisch1500 g FleischHungereiweißar .....a Putter

Der Tierkörper hat die Neigung, seinen Eiweißzerfallder Eiweißzufuhr anzupassen; mit den verschiedensten Eiweiß-mengen kann Stickstoffgleichgewicht erzielt werden.

Ganz gleichgültig, ob die am ersten Tage gegebene Fleischmengeeinen Verlust oder einen Ansatz von Eiweiß zur Folge hatte, nimmt beiweiterer Zufuhr derselben Eiweißmenge der Verlust oder Ansatz so langeab, bis Zufuhr und Zersetzung gleich geworden sind. Es gibt aber fürjeden Organismus eine obere und eine untere Grenze, über welche bezw.unter welche hinaus dieser Gleichgewichtszustand nicht mehr möglichist. Die obere Grenze ist in der Aufnahmefähigkeit des Darmes fürEiweiß gpgeben; die untere Grenze wechselt je nach dem Körperzustandedes Tieres; sie ist abhängig von der Eiweißmasse am Körper und isterreicht, wenn das stabile Material, das Organeiweiß angegriffen wird.Außerdem ist die untere Grenze der Eiweißzufuhr von dem Fettbestandedes Körpers wesentlich abhängig; ein fettreicher Körper gebraucht zurErreichung des Stickstoffgleichgewichtszustandes weniger Eiweiß als einfettarmer.

Eine Steigerung der Eiweißzufuhr bedingt nicht einen äqui-valenten, andauernden Eiweißansatz, da mit der erhöhten Auf-

1 I »er Fleischverbrauch ist aus der N-Ausscheidung berechnet; 3.4 g N = 100 gFleisch.