Der Stoffwechsel des Gesamtorganismus unter verschiedenen Verhältnissen. 47
Ein Erwachsener entwickelt täglich etwa 2'/ 2 Mill. Wärmeeinheiten(Kalorien); eine Wärmeeinheit nennt man jene Wärmemenge, welchenötig ist, um 1 g Wasser in seiner Temperatur um 1° C. zu erhöhen.
Prozentisch verteilt sich die Wärmeabgabe wie folgt:
Haut 87.0 <«t™ hlu "g • •......."•»
Wasserverdunstung; ......lö.O^ „„ „ 0 ,
». ... . _^ Wasserverdunstung ...... 1.1^
Erwärmung der Atemluft . . . 3.4
Wärmeabgabe in Kot und Urin...... 2.0
VIII. Der Stoffwechsel des Gesamtorganismus unterverschiedenen Verhältnissen.
I. Ermittlung des Gcsamtstoffvcrbrauches.
Um die Größe des Gesamtstoffverbrauches eines Organismus zu er-mitteln, bestimmt man die Einnahmen und Ausgaben desselben währendeiner gewissen Zeit, nach ihrer Menge sowohl wie nach ihrer elemen-taren Zusammensetzung. Die Differenz in Einnahme und Ausgabebedeutet Gewinn oder Verlust des Körpers. Die bahnbrechenden Unter-suchungen von T. L. W. Bischoff, M. v. Pettenkofer und C. v. Voithaben ergeben, daß der im Organismus verbrauchte Kohlenstoff größten-teils in Form von Kohlensäure, durch Lunge und Haut, zum kleinenTeile in Form kohlenstoffhaltiger, organischer Verbindungen durch denHarn und Kot abgeschieden wird. Durch Addition des gasförmig aus-geschiedenen Kohlenstoffs (C0 2 X 0.273 = C) und des durch Elementar-analyse gefundenen Kohlenstoffs in Harn und Kot erhält man also einMaß für den Verbrauch an Kohlenstoff im Körper. Ist derKohlenstoffgehalt der Einnahme größer als der der Ausgaben, so istKohlenstoff zum Ansatz gelangt; im umgekehrten Falle ist kohlenstoff-haltiges Material zu Verlust gegangen. Ob dies verlorene C-haltigeMaterial Eiweiß oder Fett war, erfährt man durch gleichzeitige Bestim-mung des ausgeschiedenen Gesamtstickstoffs. Eiweiß enthält 54 / 0 Cund 16% N. Wurde z. B. (im Hungerzustand) nur Eiweiß zerstört,so muß sich die C-Ausscheidung zur N-Ausscheidung wie 54 : 16 oder3.4: 1 verhalten; ein Überschuß an C stammt von anderem C-haltigem.aber N-freiem Material, das nur Fett sein kann. Der im Körper ver-brauchte Stickstoff erscheint zum weitaus größten Teile im Harn wieder,ein geringer Teil findet sich im Kot. Durch Ermittlung des im Harnund Kot ausgeschiedenen N erhält man also ein Mali für den Verbrauchan N-haltigen Substanzen im Körper, ein Maß für die Größe derEiweißzersetzung. Wurde dem Organismus mehr N zugeführt, alsausgeschieden wurde, so fand ein Ansatz von N, von Eiweiß, im um-gekehrten Falle ein Verlust an Eiweiß statt. Die N-Differenz mit 6.25