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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Ernährung'.

dazu, den Körper auf der Temperatur konstant zu erhalten, die für denAblauf aller chemischen und physikalischen Vorgänge in ihm die besteist; diese Temperatur liegt konstant bei 37" C. Da die den Körperumgebenden Medien (Kleider, Luft etc.) durchschnittlich niedriger tem-periert sind als der Körper, so muß nach ganz allgemeinen physikalischenÜberlegungen unser Organismus Wärme an die Umgebung abgeben.Fast die ganze im Körper produzierte Wärmemenge wird schließlich aufdiesem Wege nach außen abgegeben.

Die Abgabe von Wärme geschieht 1. durch Strahlung vonder Körperoberfläche; 2. durch Leitung, und zwar an den Körperberührende kältere Stoffe (Luft, Kleidung) oder an in den Körper auf-genommene Stoffe, die kälter sind als der Körper (eingeatmete Luft,Nahrung); 3. durch Verdunstung von Wasser durch die Lungen, vonder Haut, und den festen und flüssigen Exkreten.

Die Ursachen, welche den Körper befähigen, eine so konstanteTemperatur sowohl bei niederer als bei höherer Außentemperatur zu be-wahren, sind in besonderen Vorrichtungen zu suchen, welche teils aufdie Wärmeerzeugung, teils auf die Wärmeabgabe regulierend einwirken.

Als solche sind anzuführen: 1

1. Kälte steigert, Wärme vermindert das Hungergefühl und dieNeigung zu Bewegungen; vermehrte Nahrungszufuhr und hierdurch be-dingte erhöhte Verdauungstätigkeit liefert aber mehr Wärme. Bewegungerhöht die Wärmebildung im Körper, einesteils durch die mit derselbenverbundene Erhöhung der Wärmebildung im Muskel, andernteils durchReiben des Muskels und der durch ihn bewegten Teile an ihrer Um-gebung. Auch unwillkürliche Muskelbewegungen (Schaudern, Zähne-klappern) erhöhen die Temperatur.

2. Das Gefühl von Kälte und Wärme veranlaßt den Menschen, sich-in einem Falle mit warmen Kleidern (schlechten Wärmeleitern) zu um-geben, sich mehr in geheizten Lokalen aufzuhalten, warme Speisen undGetränke zu sich zu nehmen, im anderen Falle aber mit dünner Kleidungzu versehen, auch dem Körper künstlich (kalte Bäder) Wärme zuentziehen.

3. Wärme vermehrt die Herztätigkeit und die Atmung. Ersteresteigert die Blutzirkulation; es tritt eine stärkere Füllung der Blut-gefäße ein, die Haut wird strotzend, wasserreicher und gibt nun durchStrahlung, Leitung und vermehrte Wasserverdunstung (Schweiß) mehrWärme ab.

Die Kälte verengert die kleinen Gefäße der Haut und die in der-selben verlaufenden Blutkapillaren. Der Haut wird weniger Blut, somitauch weniger Wärme aus dem Innern zugeführt, der Wärmeverlust mußsomit ein geringerer sein.

Beschleunigtes Atmen erhöht die Wärmeabgabe durch die Lungen.

1 Hermann, Lehrb. d. Physiol. 252.