Tierische Wärme.
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sättigt; auch geringe Mengen Ammoniakgas sind in der ausgeatmetenLuft nachgewiesen; zuweilen enthält dieselbe noch flüchtige Substanzenaus der eingenommenen Nahrung (Alkoholdämpfe).
4. Auch durch die Haut findet ein Gas Wechsel statt, den man alsHautatmung (Perspiration) bezeichnet. Bei dieser findet ebenso wiebei der Lungenatmung eine Sauerstoffaufnahme und Kohlensäureabgabestatt; der Gasaustausch ist jedoch verschwindend klein gegen den derLungen. Während die Kohlensäuremenge, welche vom Menschen inner-halb 24 Stunden durch die Lunge ausgeschieden wird, 800 — 1200 gbeträgt, wird durch die menschliche Haut in der gleichen Zeit bei einerTemperatur von 29—33° G. nur 8.4 g Kohlensäure ausgeschieden(N. P. Schierbeck 1 ). Mit zunehmender Temperatur steigt die Mengeder durch die Haut ausgeschiedenen Kohlensäure (H. Aubert 2 ,A. Röhrig 3 , S. Fubini und J. Ronchi 4 ). Dagegen ist die durchdie Haut abgegebene Wassermenge, besonders bei Schweißsekretion, einesehr hohe. Im Schweiß treten auch geringe Mengen von flüchtigenSäuren auf, welche demselben einen ganz spezifischen Geruch verleihen.Die Hautatmung kann durch Arbeit und Bewegung auf das 2 — 3 fachegesteigert werden.
VII. Tierische Wärme.
Bei den Oxydations- und Spaltungsprozessen, durch welche die Zer-setzung der Nahrungsstoffe im Körper zustande kommt, wird lebendigeKraft frei, welche sich als Wärme äußert. Die inneren Teile desKörpers besitzen eine fast konstante, nur innerhalb enger Grenzenschwankende Temperatur; die normale Körpertemperatur des Menschenbeträgt, in den Achselhöhlen gemessen 37—37.5 ° C, die Temperaturdes Herzblutes beträgt 39° C.
Als Quellen der tierischen Wärme sind anzusehen: 1. vor allemdie tierischen Verbrennungsprozesse, denen die Nahrungsstoffe im Körperwährend des Stoffwechsels anheim fallen; 2. die Verrichtung mecha-nischer Arbeit des Körpers durch Reibung (Reibung des zirkulierendenBlutes an den Herz- und Gefäßwandungen, der Knochen in den Gelenken,der Haut an den Kleidern etc.); 3. scheint es zweifellos, daß eine not-wendige Bedingung zur Entbindung tierischer Wärme der Einfluß ist,den das Nervensystem auf den Körper ausübt.
Die im Körper erzeugte Wärme ist vor allem die Quelle, welche alleBewegungsvorgänge unterhält, also die nach außen sichtbaren Bewegungen(Arbeit, Gehen, Laufen etc.), dann die sog. automatischen Bewegungender Atmung und des Herzmuskels. Weiter dient die Wärmeerzeugung
' Du Bois, Arch. 1893, 116. — 2 Pflügers Arch. 1872. 6, 539. -Deutsche Klinik 1872, 209. — * Moleschotte Untersuchungen z. Natur-lehre 1878. 12, 100.