Ausscheidung der Stoffwechselprodukte.
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In gestandenem, dem Licht ausgesetztem Harn findet sich regel-mäßig Urobilin, ein gelber Farbstoff, der unter dem Einflüsse vonLuft und Licht aus einem Chromogen, dem Urobilinogen hervorgeht(Saillet 1 ).
Endlich finden sich im Harne auch verschiedene Substanzen (Indoxyl-,Skatoxyl-Schwefesäure . .), welche bei der Einwirkung von chemischenReagentien farbige Zersetzungsprodukte liefern.
Über die Mengen der Hauptbestandteile, welche im Laufe von 24 Stundenin einer durschnittlichen Harnmenge von 1.5 Liter abgesondert werden, magfolgende Tabelle ein annäherndes Bild gelten.
Organische Stoffe.
Anorganische
Stoffe.
Harnstoff . . . 21.6—84 g
Chlor (Cl) ....
9.0 g
Harnsäure . . 0.2—1.25 g
entsprechend 15 g
Kochsalz
Kreatinin . . . 0.6—1.3 g
Schwefelsäure (S0 8 ) .
1.5 —3.0 g
Hippursäure i. M. 0.7 g
Phosphorsäure (PjO B )
1-8 g
Xnnthinstoffe . . 15.6—45 mg
Kali (K 2 OI ....
2.3 —3.9 g
Natron (Na^O) . .
4.2 —7.4 g
Kalk (CaO) . . .
0.12—0.25 g
Magnesia (MgO) . .
0.18—0.28 g
Eisen (Fe) ....
3.0 —11 mg
Der Harn kann noch zahlreiche zufällige Bestandteile enthalten,wenn ihm gewisse Stoffe durch Arzneien oder durch Nahrung zugeführtsind. Verschiedene Salze, Alkaloide, organische Farbstoffe, Öle, organischeSäuren gehen unverändert in den Harn über. Die Salze der organischenSäuren mit Alkalien dagegen werden zersetzt und gehen als kohlensaureAlkalien in den Harn, der dann alkalisch wird.
Der Harn von Kranken zeigt manchmal abnormale Beschaffenheit.Oft wird er neutral oder alkalisch und trübt sich dann durch Aus-scheidung von phosphorsaurem Kalk, phosphorsaurer Ammonmagnesia,oxalsaurem Kalk. Oft wird er sehr konzentriert und scheidet rötlichgefärbte harnsaure Salze ab (Fieberharn). Bei gewissen Krankheitenenthält er Albumin, Zucker, Gallenbestandteile. Manchmal bilden sichschon in den Harnwegen Konkretionen (Harnsteine), die meistens ausHarnsäure und harnsaurem Amnion, oft auch aus phosphorsaurem Kalkund phosphorsaurer Ammonmagnesia oder aus oxalsaurem Kalk, sehrselten aus Cystin und Xanthin bestehen.
Bleibt Harn längere Zeit, besonders bei erhöhter Temperatur, stehen.so tritt Fäulnis, die sog. alkalische Gärung, ein. Der Harnstoff gehtin kohlensaures Ammon über, infolgedessen die saure Reaktion desHarns in die alkalische übergeht.
3. Der Atmungsprozess. Wie bereits bei der Besprechung desBlutkreislaufes erwähnt wurde, wird das auf seinem Wege durch dengroßen Kreislauf veränderte, dunkelrote, kohlensäurereiche Blut aus der
1 Bev. de im'decine, 1897. 17, 114. — 2 Ein Teil der Schwefelsäure i^t•n Forin von aromatischen Ätherschwefelsäuren an Indol, Phenol, Skatol etc.gebunden.