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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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41
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Ausscheidung der Stoffwechselprodukte

Ernährungsversuche haben es jedoch wahrscheinlich gemacht, daß diePeptone und Albumosen tatsächlich wieder eine Rückbildung in eiweiß-artige Substanzen erfahren. Möglicherweise liefern die in der Darm-schleimhaut entstandenen, noch unbekannten Umwandlungsprodukte derPeptone einen Teil des sog. Organeiweißes.

Das weitere Schicksal der Eiweißstoffe ist unbekannt; den Spaltungs-produkten derselben begegnen wir erst dann wieder im Organismus,wenn sie auf dem Wege der Ausscheidung als Vorbildungsstufen desHarnstoffs auftreten. Der Harnstoff nebst geringen Mengen Harnsäure,Ammoniak und einigen Basen, welche sämtlich durch die Nieren alsHarn ausgeschieden werden, bilden die Endprodukte der Zersetzung derEiweißkörper im Organismus.

2. Die Pettspaltungsprodukte werden in Pette zurückverwandelt;nach Fütterung mit Seifen werden die den Fettsäuren der letzteren ent-sprechenden Glyceride im Körper wieder aufgefunden (S. Radziejewski').

Siehe noch: J. Munk, Otralbl. Physiol. 1900. 14, 121. L68; E. Pflttger,I'lliigers Arch. 1900. 82, 303; V. Henriquos und C. Hansen, Ctrlhl. Pbys.1!...... 14, 313.

3. Der überschüssige Nahrungszucker wird in der Leber auf-gespeichert und in Glykogen verwandelt. Anderseits aber besitzen dieLeberzellen umgekehrt auch die Fähigkeit, das aufgespeicherte Glykogenwieder in Zucker zu spalten und nach Bedarf an das Lebervenenblutabzugeben (Cl. Bernhard 2 ). Das Glykogen hat somit für den Stoff-wechsel der Tiere eine ähnliche Bedeutung, wie die Stärke für denStoffwechsel der Pflanze; beide Stoffe stellen in den Organen abgelagertesReservematerial vor. Der aus dem Glykogen entstehende Traubenzuckerwird schließlich zu Kohlensäure und Wasser verbrannt.

VI. Ausscheidung der Stoffwechselprodukte.

Die im Körper nicht verwerteten Produkte des Stoffzerfalles werdenaus demselben ausgeschieden. Diese Ausscheidung geschieht hauptsächlichdurch besondere Organe, durch den Darm, die Niere, die Lungeund die Haut. 3

1. Der Kot (Fäces) enthält die unverdaulichen oder aus irgendwelcher Ursache unverdauten Nahrungsreste; der unverdaut gebliebeneTeil der Nahrung besteht neben anderem aus Cellulose, Muskelfasern,Horn- und Haargebilden, aus ungenügend zerkleinerten Nahrungsstoffen,wie hartem Eiweiß etc. Weiter enthält der Kot die nicht resorbierten

1 Ctrlbl. f. d. med. Wiss. 1888, Nr. 28; Virchows Arch. 1868. 43, 268 und1872. 56, 211. 2 Nouyeiie fonction du foie etc., Paris 1858. 3 Diehier näher bezeichneten Wege sind nicht die einzigen, auf welchen der KörperStoffe abgibt; to waren z. B. noch zu nennen die Milch, der Samen, der Nasen-schleim, der Speichel, der Schweift Nägel, Haare etc.; die oben angeführten sindaber die hauptsächlichsten.