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Anstatt das beobachtete Volum durcli Rechnung auf den Nor-malzustand zu reduzieren, kann dies nach Lunge auf mechanischemWege durch Kompression geschehen. (Vgl. S. 323.)
Das Auffangen und Aufbewahren von Gasproben.
Da alle Gase sehr rasch ineinander diffundieren, auch wenn siedurch poröse feste Körper oder selbst Flüssigkeiten getrennt sind, soist es einleuchtend, daß das Auffangen und Aufbewahren von Gas-proben mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Sperrt mau einGas in einer Glasglocke über Wasser von der äußeren Luft ab undanalysiert von Zeit zu Zeit eine Probe desselben, so wird man vonTag zu Tag verschiedene Resultate finden, weil die Luft allmählichdurch das Wasser in die Glocke hinein- und das Gas aus derGlocke hinausdiffundiert. Dieser Prozeß wird so lange unterhalten,bis die Zusammensetzung des inneren und äußeren Gases dieselbeist. Die Schnelligkeit der Diffusion hängt ab von der Absorptions-fähigkeit der Flüssigkeit den Gasen gegenüber. Diejenigen Flüssig-keiten, welche eine große Absorptionsfähigkeit für die Gase besitzen,lassen die Gase rasch hindurch und eignen sich deshalb nicht alsSperrflüssigkeit. Die beste Sperrflüssigkeit ist das Quecksilber, dennes absorbiert nur minimale Mengen der verschiedenen Gase.
Gase, die sich mit Quecksilber chemisch verbinden, wie Chlor,Bromdampf, Schwefelwasserstoff u. a., dürfen selbstverständlich nichtüber Quecksilber abgesperrt werden; man fangt sie in trockenen Glas-röhren auf und schmilzt sie, falls die Untersuchung nicht an Ort undStelle stattfinden soll, ein. Durch Glas findet keine Diffusion statt;daher kann man Gasproben jahrelang ohne Veränderung in zuge-schmolzenen Glasgefaßen aufbewahren.
Soll das Gas wenige Tage nach dem Passen untersucht werden,so kann man dasselbe unbesorgt in pipettenförmigen Röhren, derenEnden mit dicken Kautschukschläuchen mit eingeschobenen, abge-rundeten Glasstäben verschlossen und mit Drahtligaturen versehensind, auffangen und aufbewahren. Ganz unstatthaft aber ist es, Gaselängere Zeit in Röhren mit Kautschukverschlüssen aufzubewahren,weil sie durch Gummi, besonders wenn dieses hart geworden ist. mgeringem Maße diffundieren.
Für weniger genaue Analysen kann man oft Wasser als bperr-flüssigkeit verwenden, es muß aber vorbei- mit dem zu untersuchendenGase gesättigt und die Analyse sofort nach dem Auffangen ausgeführtwerden,
Aus dem Gesagten ist ersichtlich, daß man beim Auffangen undAufbewahren von Gasproben mit der größten Vorsicht zu Werkegehen muß. Wir wollen nun die häufigsten, in der Praxis vor-kommenden Fälle kurz besprechen.