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2. Man habe bei einer Titration 47'35 ccm 1 / 1 n. Natronlaugebei 19° verbraucht; diese würden bei der Normaltemperatur einen
J rr. 9 r r\. rj n
Raum von 47'35---------TF^Tj— == ccm 47"35 — 0*04 = 47"31 ccm
einnehmen.
3. Hätten wir z. B. bei 25° 1000 ccm 1 / 10 n. Kochsalzlösung-dargestellt, so würde diese Lösung bei 15° nach Seite 443 ein Volumvon 1000 — 1"79 = 998 - 21 ccm einnehmen. Sie ist zu stark, dennsie enthält ebensoviel Chlornatrium, als in 1000 ccm enthalten seinsollten; 1 ccm dieser Lösung entspricht 1*0018 ccm einer richtigen,bei 15° hergestellten Lösung.
Man nennt diese Zahl den Faktor der Lösung, denn mit ihrmultipliziert, ergeben die verbrauchten Anzahl Kubikzentimeter dieentsprechende Anzahl Kubikzentimeter 1 / 10 normaler Lösung.
Ebenso ist bei der späteren Verwendung derNormallösungen das verbrauchte Volum bei allenfeineren Analysen auf die Normaltemperatur zu re-duzieren. Diese Reduktion erfolgt für 1 / i0 n. Lösungen, mit Hilfeder Tafel auf S. 444, 445, für stärkere Lösungen wie angegebennach Tafel S. 443.
Hat man bei 25° C beispielsweise 20 ccm 1 /\ 0 Normallösungzu einer Analyse verwendet, so entsprechen diese bei der Normal-temperatur von 15°: 20—0"04 ccm = 19"96 ccm (vergl. S. 445).
Nun dienen Meßgeräte aber nicht nur zum Abmessen vonWasser, sondern auch von anderen verdünnten und konzentriertenFlüssigkeiten. Es fragt sich deshalb, ob die durch Auswägung mitWasser ermittelten Raumgehalte auch noch für Flüssigkeiten gelten,die in ihrer Zähigkeit, Adhäsion und Kapillarität merklich vomWasser abweichen. Bei Geräten auf Einguß entsteht eine Abwei-chung im Raumgehalt nur durch eine andere Ausbildung des Menis-kus ; sie ist aber auch im ungünstigen Falle so klein, daß sie für diezu erreichende Genauigkeit nicht von Bedeutung ist. Für Geräteauf Ausguß ist diese sonst nur gelegentlich erörterte Frage vonW. Schlösser und C. Grimm l ) einer eingehenden Untersuchungunterzogen. Nach dieser bedarf es bei 1 j in n. Lösungen (mit Aus-nahme von Jodlösung) keiner Korrektur. Bei Normallösungen höch-stens bei Oxalsäure und Salzsäure; ferner bei laugenhaften Flüssig-keiten und bei Eisenchlorid (1 ccm = 0 - 012 Fe). Von konzentriertenFlüssigkeiten sind es namentlich spiritushaltige, bei denen die Ab-weichungen gegen den Wasserwert sehr erheblich werden. So flössenbei alkoholischer Seifenlösung nach Boutron und Boudet auseiner Pipette zu 100 ccm 255 emm, aus einer zu 25 ccm 103 emm
') Ch. Ztg. 1900, S. 1071.